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22.07.2011 17:56
Rubrik: Märkte

China-Investments: Anthony Bolton muss nachsitzen

Anthony Bolton

Erst John Paulson und nun auch Anthony Bolton: China-Investoren, die ihre Hausaufgaben nicht sorgfältig machen, fallen schnell auf die Nase. Und Unternehmen, deren Aktien an den Börsen in den USA oder in Großbritannien gelistet sind, sind nicht unbedingt besser als die einheimischen Konkurrenten.

Nach dem US-Hedgefonds-Manager John Paulson, der im Juni eine dreistellige Millionensumme durch seine Beteiligung an der chinesischen Sino-Forest Corporation verloren hat, melden britische Medien nun auch einen Fehlgriff des China-Investors Anthony Bolton. Nach Informationen von „Financial Times“ soll der Investment-Star, der den Fidelity-Flaggschiff-Fonds China Special Situations managt, viel Geld mit Aktien des Sino-Forest sowie des chinesischen IT-Unternehmens Longtop verloren haben. Beide Firmen, die in Kanada beziehungsweise in den USA gelistet sind, sollen ihre Bilanzen gefälscht haben.

Bolton will Hausaufgaben viel sorgfältiger machen

Er habe die Risiken von China-Investments unterschätzt, erklärte Bolton gegenüber „Financial Times“. In Zukunft werde er seine Hausaufgaben viel sorgfältiger machen.

Ein Fehler, den viele ausländische Investoren in China machen ist, sich auf die Börsennotierungen zu verlassen, erklären chinesische Finanzmarkt-Analysten. Schließlich sei Börsenmantel (Reverse Merger) eine bei chinesischen Firmenübernahmen oft verbreitete Praxis. Dabei stellt eine börsennotierte Aktiengesellschaft, die ihr operatives Geschäft aufgegeben hat, ihren Mantel einem anderen Unternehmen zur Verfügung, um diesem den Gang an die Börse zu ermöglichen. Der Mantelkäufer bringt also sein operatives Geschäft in den Börsenmantel ein.

Dabei müssen solche chinesischen Mantelkäufer an den internationalen Börsen nicht einmal die Standards erfüllen, die in ihrem Heimatland unerlässlich sind. James Roy, Senior Analyst der in Shanghai ansässigen China Market Research Group erläutert das am Beispiel von Youku, des chinesischen Pendants für You Tube. „Firmen, deren Aktien in Shanghai gelistet sind, müssen ihre Gewinne für die letzten drei Jahre veröffentlichen“, erklärt der China-Experte gegenüber der britischen Finanzagentur Citywire. Youku hingegen, das in New York gelistet ist, müsse nur die Gewinne eines Jahres offenlegen.

Von: Svetlana Kerschner

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