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23.11.2011 09:56
Rubrik: Märkte

2012 wird ein Jahr der politischen Börsen

US-Präsident Barack Obama und chinesischer Staatschef
Hu Jintao mit Gattinnen. Die Verantwortung von USA und
China für die Stabilität der Weltwirtschaft wird heftig
diskutiert. Quelle: Getty Images

Will man das Anlagejahr 2011 in einem Begriff zusammenfassen, bietet sich der Begriff „politische Börse“ an. Die Chancen stehen gut, dass auch 2012 politische Rangeleien das Kapitalmarktgeschehen maßgeblich beeinflussen werden, meint Vermögensverwalter Hubert Thaler. In seinem Gastbeitrag erklärt er warum.

Energiewende, Interventionen in Nordafrika, Schuldenschnitt für Griechenland, ein noch größerer freiwilliger Schuldenschnitt für Griechenland, Neuausrichtung der Europäischen Zentralbank, Neudefinition der Maastricht-Verträge: Allein das Pensum der vermeintlich mächtigsten Frau in Europa – Angela Merkel – hat die Kapitalmärkte in 2011 kontinuierlich auf Trab gehalten.

Auch im Anlagejahr 2012 werden politische Entscheidungen zur Bewältigung der europäischen Staatsschuldenkrise und politische Herausforderungen im Mittleren Osten für Schlagzeilen sorgen. Meldungen, die im harten Wettbewerb der Medien zunehmend zugespitzt werden und häufig einen hysterischen Beigeschmack beim Leser hinterlassen.

USA und China wählen

Viel Aufmerksamkeit werden zudem die personellen Neuausrichtungen der politischen Spitzenposten in den USA und in China auf sich ziehen. Zu Recht, schließlich steht das Zweckbündnis aus China und den USA für einen bedeutenden Anteil des weltweiten Außenhandels.

So wird auf dem nächsten Parteitag im Herbst 2012 Chinas Vizepräsident Xi Jinping zunächst die Nachfolge von Staats- und Parteichef Hu Jintao als Generalsekretär antreten, um ihn 2013 auch als Staatsoberhaupt zu ersetzen. Fast gleichzeitig wird am 6. November 2012 die Wahl zum 57. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika stattfinden. Dabei ist bereits heute eine heftige Diskussion über die Verantwortung der beiden Länder für die Stabilität der Weltwirtschaft entbrannt.

Wahljahre sind Börsenjahre


Aus wahltaktischen Gründen sorgt sich die politische Führung in beiden Ländern zunehmend darum, die kurzfristigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die eigene Bevölkerung zu stabilisieren – teilweise ohne Rücksicht auf den langfristigen Schaden, der dem wirtschaftlichen Erfolgsmodell der vergangenen Jahrzehnte zugefügt werden könnte.

Darunter fallen nicht nur protektionistische Maßnahmen in den USA und ein geldpolitisches Vabanque-Spiel, sondern vor allem auch die stete Weigerung der chinesischen Staatsführung, die eigene Währung stärker in das weltweite Währungssystem zu integrieren und damit zu flexibilisieren.

Zumindest bei Aktionären haben sich in der Vergangenheit Präsidentschaftswahljahre in den USA positiv in das kollektive Gedächtnis eingebrannt. Versprachen Wahlkampfjahre doch regelmäßig anständige Kurszuwächse. Politik hin oder her.

Von: Hubert Thaler

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