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25.11.2011 17:10
Rubrik: Märkte

„Sechs Milliarden Menschen wollen besser essen“

Impressionen von der Veranstaltung

Junge Bevölkerung, wachsende Konsumnachfrage, Ausbau der Infrastruktur: Schwellenländer scheinen derzeit ein Anleger-Paradies zu sein. Man sollte aber die Risiken nicht vergessen, mahnten Experten auf dem Petersberger Treffen 2011. DAS INVESTMENT.com fasst zusammen.

Schwellenländerinvestments sind keine Frage des „ob“, sondern lediglich des „wie“, so der Tenor der Vorträge und Diskussionen auf dem Petersberger Treffen 2011.  „2011 wird im Nachhinein betrachtet ein Jahr sein, in dem man sich wünschte, man hätte deutlich mehr in Emerging Markets investiert“, meinte Carlos von Hardenberg aus dem Hause Templeton.

Spekulationsblasen sind eher in etablierten Märkten zu finden

Diese Einschätzung teilte auch Michael Keppler. Er verwies auf historische Bewertungsstudien. Das aktuelle Niveau könnte auch auf längere Zeit hinaus attraktiv bleiben, so sein Fazit. Comgest-Chef Vincent Strauss setzte sogar noch einen drauf: „Wer abseits einzelner überhitzter Immobilienstandorte potenzielle Spekulationsblasen sucht, sollte sich eher mal mit den etablierten Märkten und ihren Anleihesegmenten beschäftigen, als mit den Emerging Markets“.

Doch Schwellenland ist nicht gleich Schwellenland, erklärten die Fondsmanager. So liegen zum Beispiel Mongolei und China zwar direkt nebeneinander, weisen aber hinsichtlich ihrer Wirtschaftssituation kaum Gemeinsamkeiten auf. Fondsmanagern und Beratern käme daher die Aufgabe zu, die besonders vielversprechenden Länder und Anlageklassen aus der Gesamtheit der Schwellenmarkt-Angebote herauszufiltern.

Brasilien, Afrika, Mongolei

Nach konkreten Favoriten gefragt, nannten die Experten brasilianische Aktien und Anleihen, afrikanische Telefongesellschaften, Goldminenaktien, lokale geschlossene Fonds, die deutlich unter Wert notieren und vorbörsliche Beteiligungen in der Mongolei, wo in absehbarer Zeit eine geregelte Börse entstehen soll.

Die Schwellenländer stellen angesichts der riesigen Staatsschulden in Europa und den USA längst den „neuen Stabilitätsanker“ dar, erklärte Andreas Utermann, Chefstratege bei Allianz Global Investors (AGI). „Auch wenn der Weg steinig ist und es auch größere Rückschläge geben wird, sind die Chancen der Emerging Markets größer als allgemein angenommen“, sagte Utermann. Er empfahl, zwischenzeitige Schwächeperioden zum strategischen Einstieg und zum Ausbau bestehender Positionen zu nutzen. Der AGI-Chefstratege rechnet mit einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, aber keiner „harten Landung“. Auch die Inflationsgefahr habe ihren Höhepunkt überschritten, da die Rohstoffpreise sinken.

Von: Svetlana Kerschner

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