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18.01.2012 09:20
Rubrik: Märkte

Währungen – Der Markt der Märkte

Wechselstube in Hongkong. Quelle: Gettyimages

Der Austausch von Devisen ist einer der ältesten Finanzmärkte und zudem der weltweit größte Markt. Währungen im Gegenwert von mehreren tausend Milliarden US-Dollar werden täglich gehandelt. Das führt zu Ungleichgewichten, die gefährlich werden können. Von Hubert Thaler, Vorstand der Top Vermögen.

Vergleichbare Produkte sollten in unterschiedlichen Währungsräumen gleich viel kosten. Aus diesem Grund erfreut sich der vom britischen Magazin „Economist“ veröffentlichte Big-Mac-Index großer Beliebtheit. Lässt sich doch damit der faire Wert von Währungen anhand der Kaufkraftparität ermitteln. An den Devisenmärkten gehandelte Währungspaare weichen jedoch häufig hiervon ab.

Zum Beispiel das Euro/Dollar-Verhältnis. Die aktuelle Schwäche des Euro gegenüber dem US-Dollar beschert deutschen Unternehmen, die in Dollar abrechnen, gute Wettbewerbschancen. Gerade im zivilen Flugzeugbau stehen europäische Unternehmen im harten Wettbewerb mit US-amerikanischen Konkurrenten und profitieren von einer Währungsverschiebung zu Gunsten des US-Dollar. Das dürfte bei deutschen Exporteuren für verhaltenen Jubel sorgen. Gleichzeitig droht der Euro als Wertaufbewahrungswährung an Attraktivität zu verlieren.

Wenn es also um die Sicherung des Vermögens geht, lohnt sich der langfristige Blick auf Währungsverschiebungen. Zum Beispiel hat die jahrzehntelange laxe Geldpolitik der US-Notenbank in Kombination mit einem Außenhandelsdefizit in Rekordhöhe den Wert des US-Dollar gegenüber einer der größten Gläubigerwährungen, dem japanischen Yen, in den letzten zehn Jahren glatt halbiert.

US-amerikanische Sparer und Immobilienbesitzer wurden so durch den Verfall des US-Dollar durch die Hintertür enteignet. Welche drastischen Ausmaße solch eine schleichende Enteignung annehmen kann, zeigt sich im Außenwert der indischen Rupie oder dem brasilianischen Real, die seit 1980 rund 80 Prozent ihres Wertes gegenüber dem US-Dollar verloren haben.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat hier in den letzten zehn Jahren verhältnismäßig gute Arbeit geleistet und dem Schutz der Sparvermögen eine hohe Priorität eingeräumt. Durch die Ausweitung der Geldmenge und die für die deutsche Konjunktur deutlich zu niedrigen Zinssätze verschiebt die EZB aber zunehmend das Stabilitätsprimat zugunsten einer kurzfristig opportunistischen Konjunkturpolitik.

Auch wenn die meisten Anleger in Euro kalkulieren und ihre Ausgaben verbuchen, sollten sie darauf reagieren und breiter in Währungsräume mit politisch unabhängigen Notenbanken diversifizieren, die das Sparvermögen der Anleger sichern und sich nicht für eine politisch forcierte Konjunkturpolitik missbrauchen lassen. Mit einem Blick über den Eurorand hinaus lassen sich interessante Anlageperspektiven in den Anleihe- und Aktienmärkten entdecken.

Zum Autor: Hubert Thaler ist Vorstand der Top Vermögen AG in Starnberg und München und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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