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02.02.2012 12:48
Rubrik: Märkte

China: Anleger fliehen in Gold

Quelle: Getty Images

China produziert mehr Gold als jedes anderes Land der Welt. Für die Volksrepublik ist es aber trotzdem nicht genug: Allein im November 2011 führte China mehr als 100.000 Kilogramm des Edelmetalls aus Hongkong ein. Für Experten ein beunruhigendes Zeichen.

Laut den Daten des Hong Kong Census and Statistic Department führte China im Oktober vergangenen Jahres 86.299 Kilogramm Gold aus Hongkong ein. Im November waren es sogar 102.779 Kilogramm. Da China ansonsten keine Daten über den Goldhandel veröffentlicht, sehen Fachleute in den Einfuhren aus Hongkong den besten Indikator für chinesische Goldimporte.

Analysten gehen davon aus, dass China im vergangenen Jahr rund 490 Tonnen Gold aus dem Ausland kaufte. Das ist doppelt so viel wie im Jahr 2010. Einer der Großkäufer war zwar die chinesische Notenbank, die sich mit der Hartwährung Gold eindeckte. Der Großteil des importierten Edelmetalls dürfte aber laut Experten in privaten Haushalten gelandet sein.

Saisonale Nachfrage und Angst vor Inflation erklären die steigenden Goldkäufe nicht

Für viele Experten ist das ein Alarmzeichen, schließlich kann die steigende Nachfrage chinesischer Bürger nach Gold nicht durch saisonale Trends erklärt werden. Denn das Neujahrsfest, an dem die Menschen traditionell viel Gold verschenken, fand am 23. Januar statt. Der Nachfrage-Boom begann aber bereits im Juli. Auch die Angst vor der Inflation kommt als Erklärung nicht in Frage, da in diesem Fall die Goldkäufe mit den fallenden Inflationsraten zurückgehen müssten.

„Chinesen scheinen ihr Vertrauen in das Wirtschaftswachstum in ihrem Land verloren zu haben“, erklärt Joseph Sternberg vom „Wall Street Journal Asia“. Und da nicht jeder Chinese in der Lage ist, sein Bargeld zu exportieren und im Ausland anzulegen, kaufen die meisten das gelbe Edelmetall, das traditionell als der sichere Hafen gilt. Damit wollen sie vor den Preisabbrüchen auf den Immobilien- und den Aktienmärkten sowie vor einer möglichen Abwertung ihrer Währung fliehen.

Von: Svetlana Kerschner

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