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02.02.2012 14:02
Rubrik: Märkte

China tritt auf die Bremse

LGT-Chefstratege Mikio Kumada

Chinas Führung setzt auf einen kontrollierten wirtschaftlichen Abschwung. Die Zurückhaltung bei der Kreditvergabe sollte positiv wirken, meint Mikio Kumada, Chefstratege von LGT Capital Management.

Im Westen nichts Neues

Die Notenbanken der westlichen Industrieregionen lassen den Geldhahn weiter geöffnet. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hatte in der vergangenen Woche überraschend angekündigt, dass sie ihre aktuelle Nullzinspolitik voraussichtlich bis Ende 2014 beibehalten wird - eineinhalb Jahre länger als bisher in Aussicht gestellt.

Diese Ankündigung war die zweite unerwartete Aktion einer großen Notenbank seit Dezember, als die Europäische Zentralbank die hohe Summe von 489 Milliarden Euro an dreijährigen Krediten an die Banken des Euroraums vergab.

Darüber hinaus berichtete die Financial Times unter Berufung auf Top-Bankmanager, die am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnahmen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer nächsten geplanten Auktion am 29. Februar eine weitere Billion Euro an solchen Krediten vergeben könnte – diese Summe entspräche rund10 Prozent der Gesamtwirtschaftsleistung des Euroraums. Mit diesen Aktionen ist es den zwei größten Notenbanken jedenfalls die Rückeroberung der Initiative an den Märkten gelungen.

Peking zeigt sich zurückhaltend

Im Gegensatz dazu hat Chinas Zentralbank all jene enttäuscht, die auf eine Lockerung ihrer Kreditpolitik gesetzt hatten. Auf längere Sicht sollte diese Zurückhaltung jedoch dazu beitragen, das Vertrauen in die Wirtschaft des Landes zu stärken.

Chinas Wirtschaftslenker sind zu Recht zurückhaltend. China und der Westen stehen vor unterschiedlichen Herausforderungen. In den westlichen Volkswirtschaften mangelt es im Grunde insbesondere seit der Finanzkrise von 2007 und 2008 an Wachstum, Kreditschöpfung und Vertrauen.

Doch das Reich der Mitte hat von alldem zu viel. Im Falle Chinas hat das exzessive Kreditwachstum der vergangenen Jahre in potenziell gefährlicher Weise soziale und ökonomische Ungleichgewichte verstärkt. Die Tatsache, dass Chinas Inflationsrate seit Mitte 2011 etwas gesunken ist, stellt jedenfalls keinen ausreichenden Grund dar, um die Schleusen für neue Kreditströme wieder zu öffnen.

Von: Mikio Kumada

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