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06.02.2012 17:20
Rubrik: Märkte

„Der Markt hat Portugal bereits abgeschrieben“

Bert Flossbach (li.), Kurt von Storch

Griechenland und Portugal werden die Euro-Zone verlassen, die europäische Gemeinschaftswährung ist zum Scheitern verurteilt und bald wird es eine hohe Inflation geben: In einem Interview mit dem „Handelsblatt“ zeichnen die Vermögensverwalter Bert Flossbach und Kurt von Storch ein düsteres Zukunftsszenario.

Die Lage an den Finanzmärkten hat sich zwar in den vergangenen Wochen beruhigt. Doch der Schein trügt, meinen Bert Flossbach und Kurt von Storch, Chefs und Gründer der Vermögensverwaltung Flossbach & von Storch. Denn der Boom sei Maßnahmen der Notenbanken geschuldet, „die früher für jeden Volkswirt unvorstellbar gewesen wären“, erklärten die Finanzexperten in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. Die grundlegenden Probleme, vor allem in der Euro-Zone, seien damit noch nicht gelöst.

„Der Markt hat Portugal bereits abgeschrieben - auch hier wird es einen Schuldenschnitt geben“, sagte von Storch. Portugal und Griechenland werden die Eurozone verlassen müssen, denn eine weitere Alimentierung dieser Länder durch den Rest der Euro-Staaten sei auf Dauer nicht tragbar.

Der Euro ist zum Scheitern verurteilt

„Das eigentliche Problem sind die großen Unterschiede innerhalb der Eurozone, zu viele Staaten sind nicht wettbewerbsfähig“, erklärte Flossbach. Deshalb sei der Euro langfristig zum Scheitern verurteilt.

Als einen Ausweg aus der weltweiten Schuldenkrise sehen die beiden Finanzexperten die Inflation. „Steigende Preise lassen das nominale Bruttoinlandsprodukt ansteigen, auch wenn die Wirtschaft real nur wenig wächst“, so Flossbach. Das wiederum lasse den Schuldenstand im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt weniger hoch aussehen. „Die Folge: Die Schuldenquote sinkt.“

Der Verlierer ist wie immer der Sparer

Der Verlierer wäre letzten Endes – wie immer – der Sparer, der „typische Deutsche, der mit Lebensversicherungen fürs Alter vorsorgt oder mit Sparplänen das Studium für seine Kinder finanzieren möchte“. Um dieser Enteignung durch die Geldentwertung vorzubeugen, empfehlen die Experten auf Sachwerte – vor allem Aktien und Edelmetalle – zu setzen.

Sie selbst legen 40 Prozent des verwalteten Vermögens in Aktien und 20 Prozent in Gold, Silber & Co. an. Bei Aktien haben sie stabile Unternehmen aus den Branchen Konsum, Gesundheit, Pharma und Energie übergewichtet. Zu ihren Favoriten zählen Reckitt Benckiser, Nestlé und Coca Cola. Anleger sollten auf international tätige Firmen setzten, damit ihr Portfolio besser diversifiziert wird und sie nicht mehr so abhängig von der Lage im Euroraum werden, empfehlen die Vermögensverwalter.

Von: Svetlana Kerschner

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