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09.02.2012 16:43
Rubrik: Märkte

Martin Hüfner: „Wir messen die Inflation falsch“

Martin Hüfner, Chefvolkswirt bei Assénagon

Die EZB pumpt riesige Geldmengen in den Markt und die Inflation stagniert bei 2 Prozent. So etwas hat auch Martin Hüfner, Chefvolkswirt bei Assénagon, noch nie erlebt. Das alles könne aber Trugschluss sein, denn die klassische Inflation sei einseitig

Derzeit gibt es auf der Welt so viel Geld wie noch nie. In Europa ist die Bilanzsumme der Europäischen Zentralbank (ein Maß für die Ausweitung der Liquidität) in den vergangenen zwölf Monaten um 32 Prozent gestiegen. Man kann im Hinblick auf den neuen EZB-Präsidenten sogar von einer Draghi-Spitze sprechen (siehe Chart).

>>Vergrößern


Trotzdem geht die Inflation zurück. In Deutschland ist mit 2 Prozent nach der offiziellen Definition praktisch Stabilität erreicht. Wie reimt sich das zusammen? Wo geht das viele Geld hin, wenn es nicht in den Preisen ankommt?  

Das Zusammenspiel von Geldmenge und Preisen

Nach der Quantitätstheorie des Geldes besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Geldmenge und Preisen. Wenn die Geldmenge steigt, dann haben Verbraucher und Unternehmen mehr in der Tasche und können mehr ausgeben. Das führt über kurz oder lang zu steigenden Preisen.

Natürlich kann es zu temporären Verzögerungen kommen – der Ökonom sagt: Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes verlangsamt sich. Zudem kann die Kapazitätsauslastung der Wirtschaft gering sein, so dass eine Nachfrageausweitung zunächst einmal zu einer Produktionssteigerung führt.

So drastische Divergenzen zwischen Geldmenge und Preisen, wie wir sie im Augenblick haben, sind jedoch ungewöhnlich. Ich habe so etwas noch nicht erlebt.

Die wichtigste Erklärung dafür ist, dass das Geld der Zentralbank nicht in der Wirtschaft ankommt. Es bleibt bei den Banken hängen. Sie nutzen es für Eigengeschäfte, zum Kauf von Staatsanleihen und/oder zur Aufstockung der "Vorsichtskasse". Indiz dafür ist, dass M3 – das übliche Maß für die Geldmenge – im Augenblick gerade einmal um ein Prozent über dem Vorjahr liegt.

Stefan Ronge, 14-02-12 21:07:
Sehr geehrter Herr Hüfner, zusätzlich sollte hierbei die hedonische Marktwertermittlung auch erwähnt werden.
Wenn Sie sich mit diesem Thema näher beschäftigen und die Zahlen nicht einfach hinnehmen, sehen Sie sehr schnell, woher der von Ihnen erwähnte Unterschied herrührt.
Viele Grüße aus FFM
Mahner, 16-02-12 16:09:
Sehr geehrter Herr Hüfner hier haben Sie wohl eine Milchmädchenrechnung aufgemacht! Tatsache ist doch,daß wir seid der Einführung des "Teuros" eine
Inflation haben von über 100%,oder gehen Sie nie einkaufen?Mit 50DM konnte man schön Lebensmittel einkaufen! Heute bezahlt man dafür 50€! Das sind 100% und auf 10Jahre 10%p.a.
Die Inflationszahl die uns
genannt wir ist geschönt und
Betrug an den Bürgern!Und jetzt schauen Sie mal auf die Energiepreise.Da wird einem schlecht!Und wieviel gab es Lohnerhöhung seid der Einführung des Euros? Mehr Nullrunden als sonst
etwas! Die soziale Schere geht immer weiter auf,und viele Familien wissen nicht mehr wie sie Ihre Wohnung und ihren Lebensunterhalt bezahlen sollen!Sie sollten dies mal unserer Bundesregierung vorrechnen,doch die leben ja sowieso schon auf dem Mond,vor lauter Weltfremdheit!Wir brauchen keinen Weltkrieg mehr die schaffen dies auch so!
Wolfgang Wiedmann, 19-02-12 09:25:
Ich vertraue nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe, sagte Churchill einst.
Schauen Sie sich die Vermögenswerte Aktien in der Langfristentwicklung an. Da hatten wir Hyperinflation von 1980 bis 2000 und setdem Deflation. Oder Mieten und Immobilien Preisentwicklung in München plus 100 % in 15 Jahren in Chemnitz minus 70 % im selben Zeitraum. Kommt also auf den Betrachter an wie und wo man es sehen will. Man kann jede Statistik so drehen und fälschen wie man sie haben will. Wie recht hatte doch Churchill!

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