„Mehr Realität, weniger Kintopp“
Mit Hermann Klughardt, Geschäftsführer des auf Solarfonds spezialisierten Emissionshauses Voigt & Collegen, sprach DAS INVESTMENT.com über den Solar-Boom in Süditalien, Planungssicherheit für Investoren und die Sonnenfonds-Standorte von morgen.
DAS INVESTMENT.com: Nach einem wilden Run auf Solarprojekte war im Herbst vergangenen Jahres in Spanien Schluss mit lustig: Die garantierte Einspeisevergütung für Solarstrom sank drastisch von 45,5 Cent auf 32 Cent pro Kilowattstunde. Damit platzte mancher Rendite-Traum, einige dort sondierende deutsche Emissionshäuser beklagten ohnehin die Wild-West-Methoden ortsansässiger Spekulanten und bezeichnen Spanien mittlerweile als verbrannte Erde. Eine treffende Einschätzung?
Hermann Klughardt: Von verbrannter Erde kann man nicht sprechen, in einigen Fällen eher von verbrannten Fingern. Diejenigen im Markt, die Spanien pauschal verdammen, sind oft dieselben, die aufgrund von fehlendem Know-how keine attraktiven Objekte bekommen haben oder an die falschen Partner geraten sind. Wir sondieren seit 2006 den spanischen Markt, haben dort 2007 mit Private Placements begonnen und 2008 mit Publikumsfonds nachgezogen. Damit sind wir einfach näher dran am Geschehen: Gegenwärtig verfügen wir in Spanien über ein Kaufangebot für einen 3,2-Megawatt-Solarpark mit der alten Einspeisevergütung, den wir in das Portfolio unseres Sol-ES-21-Fonds übernehmen könnten.
DAS INVESTMENT.com: Das nächste Solar-Dorado ist Italien. Die Regierung Berlusconi garantiert per Gesetz die Abnahme von Solarstrom für 49 Cent pro Kilowattstunde – auf diesen Zug wollen wieder viele aufspringen. Auch Ihre Fonds investieren dort. Spüren Sie bereits die wachsende Konkurrenz?
Klughardt: Was derzeit in Italien passiert, ist die logische Konsequenz aus der Attraktivität des Marktes – wie vor drei Jahren in Spanien. Wir sehen das entspannt. In Italien sind wir seit bereits zwei Jahren aktiv und wissen: Auch dort ist das Geschäft stark fragmentiert, jeder Deal ist anders. Zudem sind die Genehmigungsverfahren langwierig, ohne gute Kontakte zu den Behörden bekommt man kein Bein an den Boden. Wir errichten aktuell in Italien bereits vier Parks mit insgesamt 3,6 Megawatt Leistung, die wir für den Fonds Sol Es 20 erworben haben. Weitere zwei Anlagen auf Sizilien, die ebenfalls bereits im Bau sind, haben wir im Portfolio des Sol Es 21. Wir rechnen im Prospekt für den Kauf mit dem 8,7-fachen der Erträge des ersten Jahres, haben aber den Park auf Sizilien zum 6,9-fachen erworben. Das ist für den Fonds eine sehr interessante Spanne.























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