Das große CO2-Interview: Alles nur heiße Luft?
Auf dem G-8-Gipfel im italienischen L‘Aquila haben sich Industriestaaten und Schwellenländer auf ein Klimaziel geeinigt. Nicht mehr als 2 Grad soll sich die Erde erwärmen. Wie das erreicht werden soll, steht allerdings noch zur Debatte. Die Begrenzung der Kohlendioxid-Emissionen spielt dabei eine wichtige Rolle. Das Gas gilt als Hauptverursacher des Klimawandels. DAS INVESTMENT.com sprach mit Andreas Knörzer von der Schweizer Privatbank Sarasin über die Märkte von morgen. Knörzer hat den Bereich „Sustainable Investments“ (Nachhaltige Geldanlagen) aufgebaut und leitet diesen bis heute.
DAS INVESTMENT.com: Herr Knörzer, der erste Kohlendioxid-Fonds auf dem deutschen Markt muss nach nur einem Jahr schon wieder schließen. Und auch die entsprechenden Indizes melden Land unter. Funktioniert der Kohlendioxid-Markt nicht?
Andreas Knörzer: Der Kohlendioxid-Markt ist kein freier, sondern ein politischer Markt. Die Politiker bestimmen die Obergrenze für den Ausstoß von Kohlendioxid und damit die Menge der ausgegebenen Zertifikate. Dabei kämpft der Umweltminister mit dem Wirtschaftsminister und dieser wiederum mit der EU-Kommission. Jedes Land will sich grün zeigen, aber seinen Unternehmen nicht zu viele Lasten aufbürden. Es ist ein einziger großer Verteilungskampf.
DAS INVESTMENT.com: Der offenbar nur einen Gewinner kennt: die luftverpestenden Unternehmen. Verschärft die Wirtschafts- und Finanzkrise das noch?
Knörzer: Ja, eindeutig. Der Staat will das Wirtschaftswachstum nicht noch weiter abwürgen. Um die Kosten für die Unternehmen nicht zu erhöhen, werden die Emissions-Obergrenzen recht hoch angesetzt. Viele Firmen haben insbesondere jetzt in der Krise keine Probleme, diese einzuhalten. Das Angebot na Emissionsrechten ist dementsprechend hoch und die Nachfrage gering. Das führt automatisch zu fallenden Preisen.
DAS INVESTMENT.com: Umweltverschmutzung wird damit immer billiger. Ist die ganze Diskussion über die Attraktivität des Kohlendioxid-Markts also nur heiße Luft?
Knörzer: Nein, auf keinen Fall. Prinzipiell ist es äußerst sinnvoll, dass es einen Markt für Kohlendioxid-Emissionsrechte gibt. Er steckt aber eben noch in den Kinderschuhen und hat einige Geburtsfehler.
DAS INVESTMENT.com: Sind die operabel?























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