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24.11.2009 13:40
Rubrik: Topnews

GDV zur Riester-Renten-Studie: „Methodischer Murks“

Peter Schwark

Eine wissenschaftliche Studie kommt zu dem Schluss, dass die Riester-Rente der deutschen Wirtschaft schadet. Peter Schwark, Geschäftsführer Lebensversicherungen und Pensionsfonds beim Versicherungsverband GDV, bezieht Stellung.

DAS INVESTMENT.com: Das IMK Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung bilanziert, dass die Rentenreformen der deutschen Wirtschaft geschadet haben. Die These: Die Riester-Rente ist ein Konsum-Killer und kostete zwischen 2002 und 2007 jeweils ein Prozent der Wirtschaftsleistung. Ist das für Sie nachvollziehbar?

Peter Schwark:
Nein. Wer spart, übt Konsumverzicht - doch ist die von der Studie in die Welt gesetzte Dimension stark übertrieben. Unsere Mitglieder verzeichnen bislang etwa 5 Milliarden Euro Beitragsvolumen mit der Riester-Rente. Das sind nur etwa 0,2 Prozentpunkte der Sparquote der Deutschen. Ich finde es sogar ein wenig zynisch, die Riester-Rente so ins Schussfeld zu bringen. Sie dient doch vornehmlich dazu, dass über staatliche Zulagen gerade die kleineren Einkommen und Familien sich mit der Altersvorsorge leichter tun.

DAS INVESTMENT.com:
Das IMK meint aber, dass sich die Deutschen besser stellen, wenn man allein auf das Umlageverfahren der gesetzlichen Rente und auf Steuertransfers statt auf die Riester-Rente setzen würde.

Schwark:
Das ist eine Debatte von gestern, diese Schlacht ist längst geschlagen. Die Fakten sprechen für sich: Die arbeitende Bevölkerung in Deutschland schrumpft, die Zahl der Rentner wächst. Die Umlagefinanzierung wird dadurch immer mehr strapaziert, das Leistungsniveau sinkt. Abhilfe kann nur zusätzliche private Vorsorge schaffen. Wir dürfen die Menschen doch nicht für dumm verkaufen: sie wissen, dass sie heute vorsorgen müssen, um später ihre Ansprüche im Ruhestand nicht zu tief herunterschrauben zu müssen.

###BOX_8###

DAS INVESTMENT.com: Der Sachverständigenrat hat seinerzeit bei der Bundesregierung für die Rentenreform plädiert, weil sonst der Beitragssatz für die Rentenversicherung auf 25 Prozent des Bruttoeinkommens hochschnellen würde – wovon Arbeitnehmer 12,5 Prozent tragen müssten. Jetzt entrichten sie 11 Prozent – plus 4 Prozent für die Riester-Rente. Damit stellen sie sich schlechter, so das IMK.

Schwark:
Diese Argumentation greift nun wirklich zu kurz. Mit der Riester-Rente schaffe ich Vermögenswerte und Ansprüche, die ich quasi anfassen kann. Das Umlageverfahren ist ein Versorgungsversprechen, das künftige Generationen erfüllen müssen. Eine Prozentsatz-Diskussion bringt rein gar nichts, weil Äpfel mit Birnen verglichen werden.

DAS INVESTMENT.com:
Sprechen Sie dem IMK die wissenschaftliche Integrität ab?

Schwark:
Das nicht, aber die Methodik und Schlussfolgerungen der Studie sind zu kritisieren. Das IMK benutzt ein keynesianisches Modell, das für die kurzfristige volkswirtschaftliche Analyse dient, bewertet aber eine Reform, die auf die Zeit bis 2030 zielt. Das ist handwerklich nicht sauber, ...

Von: Markus Deselaers

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Tobias , 26-11-09 16:22:
Das IMK disqualifiziert sich mit solchen Studien selbst. Zum einen tragen Arbeitnehmer langfrsitig *immer* alle Lohnnebenkosten selber, da das Wertgrenzprodukt der Arbeit langfristig den gesamten Arbeitskosten der Unternehmen entspricht und nicht nur dem Arbeitnehmerbruttolohn. Zum anderen führt eine höhere Sparquote sowohl empirisch als auch im neoklassischen Wachstumsmodell und dem allgemeinen keynesianischen Modell zu einem höheren Wachstum und Wohlstand.

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