Serie Fonds-Perlen: Aktivist aus Amsterdam
Erfolge im Klein-klein: Schon fast 20 Jahre brilliert das Management von Delta Lloyd in der Nebenwertenische. Seit 2009 können auch deutsche Anleger etwas davon haben.
Maximal 25 Werte und eine Top-10-Riege, die derzeit ein Gewicht von 75 Prozent hat. Der Deelnemingen Fonds ist seit fast 20 Jahren ein feist getunter Flitzer im Kleinstwertesegment. Seit Auflegung im März 1990 konzentriert sich das Management-Team von Delta Lloyd nur auf den niederländischen Aktienmarkt. Deelnemingen heißt Beteiligungen, und eingekauft wird sich in Nebenwerte, die eine grundsolide mittelständische Struktur aufweisen und günstig bewertet sind, weil sie von Börsenteilnehmern nicht entdeckt oder geschätzt werden.
Von Delta Lloyd dagegen umso stärker: „Wir verstehen uns langfristig als Miteigentümer und kaufen mindestens 5 Prozent der Aktien eines Unternehmens“, sagt Angus Steel. Der Erfolg gibt dem gebürtigen Schotten aus Amsterdam recht. Der Deelnemingen Fonds ließ den heimischen Aktienindex AEX weit hinter sich. Seit Auflage steht es 280 zu 160 Prozent. In Deutschland ist der fliegende Holländer nicht registriert. Dafür gibt es seit April 2009 eine auf den europäischen Aktienmarkt ausgerichtete Modellklasse mit einem vergleichbar beherzten Investmentansatz. Steel ist einer der vier verantwortlichen Manager, die den European Participation Fonds auf Fahrt bringen sollen. Mit maximal 35 Werten ist der Fonds ebenfalls hoch konzentriert, mit einem Volumen von knapp 50 Millionen Euro jedoch deutlich kleiner als der Deelnemingen, der 600 Millionen Euro verwaltet.
Leidenschaft und Enthusiasmus
„Ich achte vor allem darauf, mit welcher Leidenschaft und welchem Enthusiasmus ein Firmenchef von seiner Arbeit redet“, so Steel. Stimmen Bilanz, Cashflow und Dividende und gibt es auf die Frage „Wofür stehen Sie morgens auf?“ die passende Antwort, greifen Steel und Co. zu und lassen ihrer Leidenschaft, „was für fantastische Unternehmen es gibt“, ebenfalls freien Lauf. Mindestens fünf Jahre bleibt das Quartett dann dem Unternehmen– etwa der dänischen Elektronik-Manufaktur Bang & Olufsen – „als Partner für Diskussionen über strategische Entscheidungen treu“. Seit Auflage steigt der Participation Fonds um 39 Prozent. Spannend ist der europäische Nebenwertemarkt allemal. Er ist sehr rechercheintensiv und wird von weit weniger Analysten abgedeckt als die großkapitalisierte Standardware.























Noch keine Kommentare vorhanden.
Kommentar schreiben