Neuer Robotik-Fonds „Unternehmen mit disruptiver Technologie in allen Weltregionen“

Industrieroboter des deutschen Herstellers Kuka beim Einfüllen eines Weizenbieres.  | © Getty Images

Industrieroboter des deutschen Herstellers Kuka beim Einfüllen eines Weizenbieres. Foto: Getty Images

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Johan Van Der Biest, Fondsmanagers des Candriam Equities L Robotics and Innovative Technology

DAS INVESTMENT: Woran erkennen Sie, dass ein Unternehmen „disruptiv“ auf einen Markt wirkt?

Johan Van Der Biest: Es ist wichtig zu erwähnen, dass wir „Disruption“ nur aus technologischer Sicht betrachten. Wir versuchen also, Unternehmen, die zu sehr an überholten Technologien und Traditionen festhalten, zu vermeiden. Stattdessen konzentrieren wir uns auf die Firmen, die innovative und disruptive Technologien entwickeln und kommerzialisieren. So stellt zum Beispiel Nvidia aktuell Intel in den Schatten, oder Arista Networks seinen Konkurrenten Cisco.

Um diese Unternehmen zu identifizieren, überprüfen wir die Produktivität und das Effizienzsteigerungspotenzial der neuen Technologien. Wir überprüfen die potenziellen Ziel- und Käufergruppen, schauen uns sehr detailliert die jeweiligen Forschungs- und Entwicklungsinitiativen an, diskutieren mit Produktanwendern der ersten Stunde – den so genannten „Early Adopters“ - , analysieren Patente, konkurrierende Technologien sowie insgesamt die Innovationskultur in den Unternehmen.

Darüber hinaus führen wir ganz normal eine Fundamentalanalyse durch, überprüfen Bewertungs- und Wachstumsparameter, das Management, den Schuldenstand und die Margen.

In welchen Ländern finden Sie derzeit besonders viele dieser Unternehmen?

Traditionell werden die meisten disruptiven und innovativen Technologien in den USA entwickelt. Dazu gehören insbesondere Anwendungen aus den Bereichen E-Commerce, Halbleiter, Social Media, Cloud Computing, Smartphones, künstliche Intelligenz oder Virtual Reality.

Doch mehr und mehr finden wir Unternehmen mit disruptiver Technologie auch in allen anderen Weltregionen. Schlussendlich ist es uns egal, in welchem Land eine Firma beheimatet ist. Im Vordergrund stehen der disruptive Charakter jedes einzelnen Unternehmens, nicht die Länder, aus denen sie kommen.

Spielen Top-Down-Analysen bei Ihrem Investment-Prozess also keine Rolle?

Unsere Top-down-Analysen sind begrenzt. Der Fonds wird auf Grundlage eines dezidierten Bottom-up-Ansatzes gemanagt. Dabei gibt es keine explizite Allokation nach Region oder Sektor. Die Allokation basiert auf der Bottom-up-Aktienauswahl.

Um die Volatilität des Portfolios unter Kontrolle zu halten, und gleichzeitig die individuell erwarteten Renditen zu berücksichtigen, wird regelmäßig und systematisch das Risikomaß Sharpe-Ratio der Einzelwerte im Portfolio optimiert.

Inwiefern beachten Sie auch ökologische, soziale und Governance-Faktoren?

Wir investieren nicht in Unternehmen, die auf der Ausschlussliste für „Socially Responsible Investment“ von Candriam stehen. Dazu gehören Unternehmen, die Berührungspunkte zu Rüstungsaktivitäten haben, Firmen mit Präsenzen in stark unterdrückerischen Regimen sowie Unternehmen, die mit den Grundsätzen zu Menschen- und Arbeitsrechten, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung des UN Global Pacts brechen. Diese Liste wird regelmäßig von unserem eigenen Team für „Environment, Social, Governance“ überprüft, das über eine lange und hoch angesehene Erfolgsbilanz in diesem Bereich verfügt.

Welche Branchen sind für Ihren Aktienfonds kategorisch ausgeschlossen?

A priori sind keine Branchen „kategorisch“ ausgeschlossen, aber derzeit sind rund 70 Prozent des Fonds im IT-Bereich investiert, rund 20 Prozent im Industriebereich. Die restlichen 10 Prozent stecken aktuell in den Bereichen Healthcare und zyklische Konsumgüter. IT und Industrials werden aber immer die wichtigsten Sektoren des Fonds bleiben.