Neues aus dem BlackRock-Blog 5 Lehren aus dem Börsenjahr 2017

Passanten vor der Börse in New York: Aktien bleiben sicherlich auch in 2018 für Investoren interessant | © Getty Images

Passanten vor der Börse in New York: Aktien bleiben sicherlich auch in 2018 für Investoren interessant Foto: Getty Images

Bald ist es vorbei: Das Börsenjahr 2017 war von stark steigenden Kursen und niedriger Volatilität gekennzeichnet. Was können Investoren daraus für das kommende Jahr folgern? Die BlackRock-Kapitalmarktexperten Dr. Martin Lück und Felix Herrmann haben die Ereignisse in fünf Lehren zusammengefasst:

1. Das Maximum der Zentralbank-Stimuli liegt bereits hinter uns

Das Nettoankaufsvolumen von Anleihen der drei großen Notenbanken – also der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der japanischen Notenbank (BoJ) – schrumpft kontinuierlich. Die Folge: Langfristig steigen die Zinsen. Der Prozess wird im kommenden Jahr jedoch voraussichtlich langsam ablaufen. Nach Einschätzung von Lück stehen wir vor einer Phase der Normalisierung der Notenbankpolitik mit moderaten Zinssteigerungen.

2. Aktien sind gar nicht so hoch bewertet

Die Aktienkurse sind im Jahr 2017 stark gestiegen. Viele Investoren sorgen sich bereits über hohe Bewertungen. Lück zufolge sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse in der Tat hoch. Der Investmentexperte plädiert jedoch für eine andere Sicht der Dinge und setzte die Gewinn-Kurs-Verhältnisse (ja, mal andersherum) ins Verhältnis zu den Realrenditen, also zu den Renditen von US-Staatsanleihen abzüglich der Kerninflation. Es zeigt sich: Die Bewertungen sind doch nicht so hoch. Aktien bleiben sicherlich auch im Jahr 2018 für Investoren interessant, weil sich kaum Alternativen bieten.

3. Politische Krisen sind für die Finanzmärkte nicht systemrelevant

Politische Risiken für die Finanzmärkte gab es 2917 en masse. Trump, Nordkorea, Brexit – es kriselte in fast allen Weltregionen. Trotzdem laufen die Aktienmärkte rund. Solange Anleger nicht damit rechneten, dass die Krisen zu systemrelevanten Risiken werden, blieben sie entspannt. Für das Jahr 2018 heißt das: Wenn die Krisenherde nicht systemrelevant werden, besteht keine Gefahr, dass die Börsenkurse ins Schlittern geraten.

4. Kapitalströme in ETFs beeindrucken

Der Trend hin zu passiven Investments wie Exchange Traded Funds (ETFs) und Exchange Traded Commodities (ETCs), setzt sich an den Kapitalmärkten fort.  Das Tempo überrascht jedoch: So flossen 2017 weltweit 370 Milliarden US-Dollar in passive Industrieländer-Aktienfonds, während aus entsprechenden aktiven Fonds 144 Milliarden US-Dollar abflossen.

5. Schwellenländer-Aktien im Depot übergewichten

Gleichzeitig setzten Investoren vermehrt auf Emerging Markets-Aktien. Die Titel sind in den vergangenen Jahren gut gelaufen, das Niveau aus dem Jahr 2013 haben sie jedoch noch nicht erreicht. Es könnte sich daher lohnen, Aktien aus Schwellenländern im Jahr 2018 im Depot gezielt höher zu gewichten.