Neues Ertragspotenzial in Schwellenländern Freie Sicht bis Anfang 2018

Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto (l.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einer Zusammenkunft Anfang Juli im Élysée-Palast in Paris: Bilaterale Gespräche auf Augenhöhe | © Getty Images

Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto (l.) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einer Zusammenkunft Anfang Juli im Élysée-Palast in Paris: Bilaterale Gespräche auf Augenhöhe Foto: Getty Images

In jüngster Zeit haben politische Ereignisse wiederholt den Blick auf die fundamentale Lage der Volkswirtschaften getrübt. Die Medien haben sich genüsslich die Themen herausgesucht, die ihnen besonders spektakulär und publikumswirksam erschienen.

Zweifellos ist die Politik in jüngster Zeit in den Mittelpunkt gerückt. Gerade weil sich so manches davon gut im Fernsehen macht, sollten wir dieses von den Medien überzeichnete Polit-Tamtam durchschauen. Als Anleger sollten wir uns vielmehr konjunkturellen Entwicklungen widmen und versuchen sie wirklich zu verstehen.

Mexiko hat alles richtig gemacht

Mexiko ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Das Land mit seinen 130 Millionen Einwohnern (1957: 34 Millionen) stand jüngst angesichts der neuen Trump-Regierung und handelspolitischer Fragen im Epizentrum politischer Turbulenzen. Viele Marktbeobachter senkten infolgedessen den Daumen, nicht zuletzt, weil der mexikanische Markt 2016 aufgrund der Schwäche des Peso eine unterdurchschnittliche Entwicklung zeigte.

Der Finanzmarkt hatte jedoch angesichts der vielen übertriebenen Schlagzeilen offenkundig überreagiert. Die Marktteilnehmer nahmen im ersten Halbjahr 2017 mit Erstaunen zur Kenntnis, dass das Freihandelsabkommen zwischen Kanada, den USA und Mexiko, NAFTA, anders als erwartet nicht auseinanderbricht.

Einzelne Kapitel werden möglicherweise neu justiert, aber der Handel zwischen Mexiko und den USA wird uneingeschränkt fortgesetzt. Große Anerkennung verdient Mexiko für seine umsichtige Reaktion auf die Volatilität. Die Zentralbank hat mit höchst aggressiven Maßnahmen reagiert: Sie erhöht seit 2016 kontinuierlich die Zinsen, um die Währung zu stabilisieren. Der aktuelle mexikanische Zinssatz beträgt 7 Prozent (USA: 1,25 Prozent). Die Regierung in Mexiko-Stadt wiederum verfolgt angesichts der global niedrigen Energiepreise, die die Einnahmen aus Ölverkäufen schmälern, eine besonnene, zurückhaltende Finanzpolitik.

Es zeigt sich: In Mexiko wurde wirklich alles richtig gemacht. Es hat ein bisschen gedauert, aber inzwischen hat der Markt die Sachlage erkannt. Im bisherigen Jahresverlauf haben mexikanische Vermögenswerte und festverzinsliche Vermögenswerte eine der besten Entwicklungen unter den Schwellenländern verzeichnet.

Wir bemühen uns daher stets um etwas Abstand zu wiederkehrenden kurzfristigen Aufregern und konzentrieren uns auf die wirtschaftlichen Fundamentalfaktoren.