Neues Roadshow-Konzept bei Franklin Templeton - Dialog statt Frontalangriff

Franklin Templetons Star-Fondsmanager Mark Mobius (links) im Gespräch mit Moderator Bernd Heller (Foto: DAS INVESTMENT)

Franklin Templetons Star-Fondsmanager Mark Mobius (links) im Gespräch mit Moderator Bernd Heller (Foto: DAS INVESTMENT)

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Wenn Banken oder Fondsgesellschaften etwas Neues versuchen, kann das schnell mal in die Anzughose gehen. Wir denken dabei natürlich zuerst an ziemlich peinliche Werbe-Musikvideos im Internet. Aber auch Live-Veranstaltungen. Insofern ging Franklin Templeton durchaus ein Risiko ein, als es seine Roadshow einfach mal anders aufzog.

Doch das Investmenthaus vermeidet einen wichtigen Fehler: Es lässt Moderation und die kurzen Einführungsfilmchen nicht eine Abteilung aus dem eigenen Haus erledigen. Vielmehr ist mit Bernd Heller ein gestandener Medienprofi am Werk. Der hat nach seiner Karriere beim „Aktuellen Sportstudio“ jahrelang Finanzfernsehen moderiert und produziert. Was ihm hier natürlich hilft – wenn auch etwas hustengeplagt –, wirklich gute Fragen anzubringen. Dabei ist er … naja … nicht gleich frech … aber immerhin sehr treffsicher.

So fragte er den Multi-Asset-Fondsmanager Matthias Hoppe: „Janet Yellen wird neue Chefin der US-Notenbank. Heißen Sie sie willkommen?“ Nun ist das ja mit konkreten Aussagen von Fondsmanagern zu bestimmten Personen oder Institutionen so eine Sache. Weshalb Hoppe auch auswich. Man könne es eh nicht ändern und müsse sich deshalb damit arrangieren.

Heller macht seine Sache gut. Routiniert führt er durch das Programm. Statt der üblichen Frontalangriffe mit 20 Folien oder mehr führt er durch charmante Frage-Antwort-Spielchen, das Publikum darf mitmachen. Zwischendurch blitzt sogar etwas Ironie auf: „Ich habe hier ganz zufällig eine Übersicht zu Ihrer Frage mitgebracht“, sagt Anne Döring, Mitglied des Aktienteams, und wirft eine Folie an die Leinwand. Ja, so ein Zufall aber auch. Ein Schmunzler ist gesichert.

Aber es gibt auch Substanz. So lässt Matthias Hoppe durchblicken, dass er Aktien aus den Industrienationen schon nicht mehr ganz billig findet. Ihre Kurse notieren im Schnitt beim 14,1-Fachen der Unternehmensgewinne. Den langjährigen Durchschnitt nennt Hoppe bei 13,5. Für Aktien aus den Schwellenländern hingegen sieht Hoppe das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 10,5 bei einem historischen Durchschnitt von 10,8.

"Sie werden überleben"

Und Gold? „Wir erwarten keine hohe Inflation“, sagt Hoppe, deshalb sei Gold als Inflationsschutz derzeit nicht nötig. Hinzu komme, dass es ja keinen messbaren Wert habe, keine Zahlungsströme, keine Dividende, keinen Zins. Derzeit also keine Option für den Mischfondsspezialisten.

Nach ihm betritt die gebürtige Amerikanerin Anne Döring die Bühne. Sie vertritt ihren Teamchef für europäische Aktien, Uwe Zöllner, dessen Stimmbänder sich in den Herbsturlaub verabschiedet haben. Döring ist für mindestens vier europäische Aktienfonds mit verantwortlich. Und sie lässt keinen Zweifel daran, dass Zöllners Truppe gern dahin geht, wo es weh tut. „Wir suchen heruntergeprügelte Aktien und haben in Südeuropa schon zugegriffen“, sagt sie dem Publikum. Beispiel gefällig? Die Aktie von Mediaset Espana, dem größten Fernsehkonzern Spaniens. Er sei netto schuldenfrei, die Konkurrenz sei gering, so Döring. „Aber wie soll es einem Fernsehsender gut gehen, wenn es dem Konsumenten schlecht geht“, wendet Heller ein. „Sie haben die Kosten gesenkt, sie werden überleben“, entgegnet Döring. Es wird schon.