Nicht aus der Ruhe bringen lassen

Milliarden-Manager Peter Huber, Geschäftsführender Gesellschafter von StarCapital

Milliarden-Manager Peter Huber, Geschäftsführender Gesellschafter von StarCapital

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Als ihm ein Kunde angesichts der guten Kursentwicklung von US-Aktien vor Kurzem vorwarf, dass eigentlich doch wohl jeder hätte erkennen können, dass man unlängst europäische Aktien verkaufen und US-Aktien hätte kaufen müssen, blieb Peter Huber unbeeindruckt. „Selbstredend kann man eine Entwicklung im Nachhinein immer trefflich begründen“, erwiderte der Vermögensverwalter, der als Antizykliker aktuell europäische Werte bevorzugt.

„Wenn man aus der Kirche kommt, weiß man natürlich, was der Pfarrer gepredigt hat.“ Hubers Gelassenheit ist im Wesentlichen auf seine jahrzehntelange Börsenerfahrung zurückzuführen. Er weiß: Mal liegt man richtig, mal daneben. Und Huber weiß auch: Er liegt meistens richtig. Und dass auch häufig in diesen unruhigen Zeiten. „Solange die Eurokrise nicht überzeugend und endgültig gelöst ist, werden die Aktien-, Renten- und Devisenmärkte weiter hin und her geschüttelt“, sagt Huber.

Das koste zwar Nerven, eröffne besonnenen Anlegern aber auch lukrative Investitionschancen. Die nutzt auch der StarCapital Bondvalue UI. Der knapp 100 Millionen schwere internationale Rentenfonds hat zwar seinen Schwerpunkt im Euroraum, Teile des Fondsvermögens legt Huber aber auch in Fremdwährungen und in Papieren von Emittenten mit geringerer Bonität an, sofern dies überdurchschnittliche Renditechancen verspricht.

„Mit ausgewählten Anleihen kann man auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gutes Geld verdienen. Und das Ende der Fahnenstange sehen wir noch nicht erreicht“, so Huber. Die Wertentwicklung beim Bondvalue kann sich auch in diesem Jahr sehen lassen. „Mit etwas Glück sollte für das Gesamtjahr auch wieder eine zweistellige Rendite möglich sein“, sagt Huber. Dabei leisten sowohl die etwas höherverzinslichen Unternehmensanleihen als auch die Fremdwährungsanleihen derzeit einen positiven Beitrag.

Seit 2001 bei StarCapital dabei

Bis zum Juni 2000 war Huber Vorstand der von ihm gegründeten PEH Wertpapier AG, bevor er im Mai 2001 Aufsichtsratsmitglied der StarCapital AG wurde. Das Unternehmen ist längst untrennbar mit seinem Namen verbunden. Huber verwaltet derzeit mit seinem Team über 1,0 Milliarden Euro in den Publikumsfonds. Huber, Jahrgang 1950, gilt als Querdenker unter den Vermögensverwaltern. Und eben als stringenter Antizykliker.

„Wer antizyklisch, also gegen den breiten Trend, erfolgreich investieren will, muss kaufen, wenn die Kanonen donnern“, meint Huber. Dies verlange viel Disziplin und Nervenstärke und sei damit sicher nicht jedermanns Sache. Huber hat aber diese Eigenschaften – und darüber hinaus eine ganze Menge Geduld. Denn er weiß auch: Antizykliker sind mit ihren ersten Käufen oft zu früh im Markt und müssen deshalb vorübergehende schmerzhafte Wertverluste ihres Depots in Kauf nehmen.