NNIP-Manager „Wandelanleihen sinnvolle Alternative zum Rentenmarkt“

ARTIKEL-INHALT 

In welchen Anleihesegmenten sehen Sie aktuell eindeutige Anzeichen einer Blase? Oder anders: Von welchen Segmenten sollten sich Investoren aufgrund eines signifikanten Rückschlagpotenzials auf absehbare Zeit fernhalten?

Pieter Jansen: Wenn eine Blase besteht, haben sich die Vermögenspreise vom fundamental gerechtfertigten Niveau entfernt. Insbesondere die Bewertungen von Staatsanleihen sind derzeit unattraktiv, und auch in Spread-Segmenten, zum Beispiel bei Investment-Grade-Unternehmensanleihen, sind die Bewertungen inzwischen sehr angespannt.

Dafür gibt es jedoch auch einen fundamentalen Grund. Die Wachstums- und Inflationsraten sind niedrig, und die Geldpolitik ist sehr locker. Anders ausgedrückt: Es hat seinen Grund, dass sich die Anleiherenditen und die Spreads auf ihrem derzeitigen Niveau befinden. Langfristig sind Staatsanleihen aus den entwickelten Ländern unseres Erachtens am unattraktivsten.

Als Auslöser für einen möglichen Kursrutsch am Rentenmarkt gilt die Angst vieler Bond-Anleger vor einer baldigen Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve. Wann rechnen Sie mit einer Fortsetzung der Zinswende in den USA? Und welche Effekte erwarten Sie dadurch auf die Treasuries der Vereinigten Staaten sowie den weltweiten Anleihemarkt?

Pieter Jansen: Wir gehen davon aus, dass die Fed ihren Leitzins bei der Dezember-Sitzung anheben wird. Allerdings hängt dies von den Wirtschaftsdaten und von externen Faktoren ab. Dazu zählen die Finanzmarktbedingungen oder das Wirtschaftswachstum außerhalb der USA. Eine fortgesetzte Normalisierung der Geldpolitik in den USA könnte zu einem Anstieg der Renditen von Staatsanleihen beitragen. Dies gilt vor allem für die USA und im Zuge von Korrelationen dann auch für Europa.

Unseres Erachtens wird dieser Anstieg aus zwei Gründen moderat ausfallen. Erstens ist eine Zinsanhebung im Dezember zum Teil bereits an den Rentenmärkten eingepreist. Zweitens hat die Fed sehr gut kommuniziert, dass sie ihren Leitzins in den kommenden Jahren nur ganz allmählich anheben wird. Dadurch wird eine Versteilerung der Geldmarktkurve unwahrscheinlicher, und die Auswirkungen auf Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten sollten begrenzt sein.