Nordea-Makrostratege Europäische Aktien haben Aufholpotential

Witold Bahrke, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management

Witold Bahrke, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management

Mit der Wahl Macrons in Frankreich ist Europa an einem Wendepunkt angelangt: Das Risiko eines extremen politischen Szenarios nimmt erstmals ab.

In den USA hingegen scheint der Zenit der politischen Unsicherheit noch nicht überschritten. Dies dürfte auch einen Regimewechsel für europäische Aktien bedeuten. Trotz starker Fundamentaldaten, geldpolitischem Rückenwind und günstiger Bewertung war die Performance europäischer Aktien in den vergangenen Quartalen eher bescheiden. Die wesentlichste Ursache: Im Superwahljahr 2017 dominierte die Furcht vor politischen Risiken das Geschehen in Europa.

Europäische Aktien historisch günstig bewertet

Dies dürfte sich jetzt ändern. Die Marktteilnehmer werden ihr Augenmerk in Zukunft auf fundamentale Kurstreiber richten. Wachstum, Unternehmensgewinne, das geldpolitische Umfeld und Bewertungen rücken in den Fokus. Das europäische BIP-Wachstum ist robust und liegt erstmals seit 2008 über dem der USA. Unternehmensgewinne haben seit 2007 nicht mehr so positiv überrascht wie im ersten Quartal, und die Europäische Zentralbank hält einen weitaus lockereren Kurs als die Pendants in den USA und China.

Darüber hinaus sind europäische Aktien historisch günstig bewertet. Die fundamentale Stärke Europas istdaher unterbewertet. Nachdem sich Europas Aktien in sechs der vergangenen sieben Jahre schlechter als die globalen Indizes geschlagen haben, ist das Aufholpotenzial greifbar. Die Zeit für europäische Aktien ist gekommen, ausgelöst durch abnehmende politische Risiken.