Nordea-Stratege empfiehlt Dieses Anleihensegment trotzt dem steigenden Zinsumfeld

Witold Bahrke, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management | © Nordea

Witold Bahrke, Senior-Makrostratege bei Nordea Asset Management Foto: Nordea

Die Weltkonjunktur befindet sich in der reiferen Phase. Deshalb gilt es, ein besonderes Augenmerk auf Unternehmensanleihen zu richten. Dieses Segment dient oft als Frühwarnsystem der Märkte. Zum Ende des Konjunkturzyklus schwächeln insbesondere Hochzinsanleihen oft Monate, bevor Aktien nachgeben. Die Preisbildung in diesem Segment ist hochgradig abhängig von der Kreditwürdigkeit, und letztere steht unter dem Einfluss der Geldpolitik. Genau hier wird gerade eine Trendwende vollzogen in Form von Straffungen nach Jahren massiver Lockerungen.

Aktien hingegen sind in höherem Maße von Gewinnen abhängig. Dank robusten Wachstums können diese sich auch in der Reifephase des Konjunkturzyklus im Aufwind befinden, ungeachtet geldpolitischer Straffungen. Deshalb können Aktien gute Renditen erwirtschaften trotz heiß laufender Konjunktur, während Unternehmensanleihen mit niedriger Bonität bereits nachgeben.

Erinnern wir uns: Die US-Zentralbank hat im Oktober begonnen, ihre Bilanzsumme zurückzufahren, und somit den Anfang des Endes der Geldschwemme eingeläutet. Diese Geldschwemme und das resultierende Niedrigzins- und Niedrigvolatilitätsumfeld haben Hochzinsanleihen zu einer einzigartigen Rally verholfen. Umgekehrt sollte ein abebbender Liquiditätsstrom aber auch Gegenwind bedeuten.

Es empfiehlt sich, 2018 auf Unternehmensanleihen mit höherer Bonität zu setzen. Diese bieten einen höheren Zins als Staatsanleihen, sind aber weniger verwundbar als Hochzinsanleihen in Zeiten geldpolitischer Gezeitenwende und steigender Volatilität.