Norwegens Regierung: Bitte kein Bitcoin

Katrina Caudle benutzte gerade den ersten Geldautomat für Bitcoins im Waves Kaffeehaus am 29. Oktober in Vancouver, Kanada.

Katrina Caudle benutzte gerade den ersten Geldautomat für Bitcoins im Waves Kaffeehaus am 29. Oktober in Vancouver, Kanada. "Ich liebe Bitcoins", sagte sie. Sie sei extra nach Vancouver gezogen, um mit Bitcoins zu arbeiten (Foto: Getty Images)

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Bitcoins haben in Norwegen einen Rückschlag einstecken müssen. Die Regierung des reichsten Landes in Skandinavien erklärte, dass die virtuelle Währung nicht als echtes Geld klassifiziert wird.

„Bitcoins fallen nicht unter die gängige Definition von Geld“, erklärte Hans Christian Holte, Generaldirektor für Besteuerung in Norwegen, in einem Interview. „Wir haben einige Evaluierungen vorgenommen, um herauszufinden, was der richtige Umgang mit ihnen innerhalb unseres Steuersystems ist.“

Stattdessen wird Norwegen Bitcoins nun als Vermögen behandeln, wodurch sie unter die Kapitalertragssteuer fallen. Gewinne müssen versteuert und Verluste können abgesetzt werden, sagt Holte. Für Unternehmen wird eine 25-Prozent-Verkaufssteuer fällig. Holte will nun gemeinsam mit anderen Ländern die rechtlichen Aspekte von Bitcoins ausarbeiten.

Zuvor hatte Deutschland die virtuelle Währung als „Rechnungseinheit“ eingestuft, auf deren Rücktausch in Euro innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung Steuern fällig werden können. Allerdings unterliegen Veräußerungen von Bitcoins nach einem Jahr keiner Abgeltungssteuer, und ihre Verwendung als Zahlungsmittel ist nicht umsatzsteuerbar. Das geht aus verschiedenen Anfragen des Abgeordneten Frank Schäffler an das Bundesfinanzministerium in diesem Jahr hervor.

Immer mehr Länder nehmen offiziell zu der als Software existierenden Währung Stellung, die von keiner Regierung oder Zentralbank kontrolliert wird. Mittlerweile kann mit ihnen alles Mögliche bezahlt werden - von handgewebten Teppichen bis hin zu Fensterputzern. Studenten der Universität Nikosia in Zypern können sogar ihre Studiengebühren mit der Software bezahlen.

Nach Einschätzung von Paul Ehling, außerordentlicher Professor am Institut für Finanzökonomie der BI Norwegian Business School, könnte die Definition von Geld seiner Regierung womöglich zu eng gefasst sein.

„Eine Währung ist ein vereinbartes Tauschmittel für Güter und Dienstleistungen, man könnte also kleine Steine haben - wie sie schon in der Geschichte benutzt wurden. Solange sie von einem ausreichend großen Bevölkerungsteil akzeptiert werden, reicht das aus“, erklärte Ehling im Interview. „Heutzutage meinen wir damit, dass eine viel größere Personengruppe Willens ist, Güter und Dienste für diese Währung auszutauschen.“

Die Nutzer der digitalen Währung merken, dass eine stärkere Verbreitung von Politikverantwortlichen und Banken abhängt. Denn Bitcoin-Handelsplätze, Zahlungsabwickler und andere Startups brauchen nach eigenen Angaben Banken, um sie mit bestehenden Zahlungssystemen zu verknüpfen und Basisdienste wie Konten anzubieten. Um dies zu erreichen, müssen die jungen Firmen die Bankenaufseher davon überzeugen, dass Bitcoins nicht zur Verschleierung von illegalen Aktivitäten benutzt werden.

Ins Leben gerufen wurden Bitcoins 2008 von einem Programmierer oder einer Programmierer-Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto. Nach Angaben von Bitcoincharts befinden sich etwa 12 Mio. Bitcoins im Umlauf.

Mit der Hoffnung auf eine breitere Akzeptanz waren Bitcoins auf über 1000 Dollar geklettert. Seither ist der Kurs auf der Handelsplattform Bitstamp wieder auf ungefähr 820 Dollar gefallen. Vor einem Jahr kostete ein Bitcoin nur etwa 12 Dollar.