Ohne Versammlung Rückzahlung erst in 10 Jahren: Rickmers fordert Anleihegläubiger zur Abstimmung auf

Museumsschiff Rickmer Rickmers im Hamburger Hafen: Die Hamburger Reederei Rickmers steckt in Zahlungsschwierigkeiten | © Getty Images

Museumsschiff Rickmer Rickmers im Hamburger Hafen: Die Hamburger Reederei Rickmers steckt in Zahlungsschwierigkeiten Foto: Getty Images

Bertram Rickmers, Alleininhaber der Hamburger Reederei Rickmers, hat einen Rettungsplan für sein angeschlagenes Unternehmens erarbeitet. Er will unter anderem auf 75,1 Prozent seiner Anteile verzichten und sie auf die Luxemburger Holding Luxco übertragen. Diese soll dann diese Anteile verkaufen und mit den Erlösen die Investoren - darunter auch die Anleihegläubiger - auszahlen. Das teilt Rickmers in einem Schreiben an die Gläubiger mit. 

Doch auch die Anleihegläubiger müssen Verzicht üben. Denn sie sollen zwar im Juni 2017 die volle Zinszahlung auf ihre Anleihe bekommen. Auf die Rückzahlung ihrer Anlage im Juni 2018 sollen sie jedoch verzichten. Die Laufzeit der Anleihe soll nämlich bis Ende 2027 verlängert werden - ohne jegliche Zinszahlungen an die Anleger.

In seinem Schreiben fordert Rickmers die Anleihegläubiger auf, seinem Rettungsplan bis zum 10. Mai zuzustimmen. Sonst drohe die Insolvenz. Eine Möglichkeit, den Vorschlag vorher im Rahmen einer Versammlung auszudiskutieren wird es nicht geben. Außerdem sollen die Gläubiger Raschke von Knobelsdorff Heiser Partnerschaft von Rechtsanwälten als ihren gemeinsamen Vertreter akzeptieren.

Hintergrundinfo: Bei der Anleihe handelt es sich um die mit 8,875 Prozent verzinste Schuldverschreibung aus dem Jahr 2013 mit fünfjähriger Laufzeit und einem Gesamtwert von 275 Millionen Euro. Die Hamburger Traditionsreederei leidet bereits seit Jahren unter der Schifffahrt-Krise, die die gesamte Branche erfasst hat. Die Finanzschulden von Rickmers belaufen sich derzeit insgesamt auf mehr als eine Milliarden Euro.