Pack die Wertpapiere ein: So machen Sie Ihr Depot fit für den Sommerurlaub

Thomas Wüst, Geschäftsführer der Valorvest Vermögensverwaltung.

Thomas Wüst, Geschäftsführer der Valorvest Vermögensverwaltung.

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Während der letzten Sommerferien in Baden-Württemberg vom 28. Juli bis 11. September 2011 ist der DAX um 2.000 Punkte oder umgerechnet 27,8 Prozent eingebrochen. Damit man sich in Badehose oder Bikini am Strand oder Hotelpool dennoch richtig entspannen kann, sollte der Anleger vor dem Urlaub nicht nur dafür sorgen, dass der Briefkasten geleert und die Zimmerpflanzen gegossen werden. Auch das Wertpapierdepot muss optimal versorgt sein.

Um unliebsame Überraschungen nach der Rückkehr aus dem Urlaub zu vermeiden, sollte zunächst überprüft werden, inwieweit die aktuelle Ausrichtung der Anlagestrategie der individuellen Risikoneigung des Anlegers entspricht.

Proben Sie das "Worst-Case-Szenario" - vor dem Urlaub

Über eine Szenario-Analyse kann individuell für jedes Portfolio ermittelt werden, mit welchem Wertverlust im Falle eines Crashs an den Aktienmärkten zu rechnen ist. Auf diesem Weg kann bereits vor dem Urlaub der Ernstfall geprobt werden und das sogenannte „Worst-Case-Szenario“ simuliert werden. Bei diesem Portfolio-Stresstest  muss jedoch unbedingt auch der Anlagehorizont mit berücksichtigt werden. Denn in der Regel wird die individuelle Anlagestrategie längerfristiger ausgerichtet sein als der Urlaub.

Sollte der potenzielle Wertverlust, der im schlimmsten Fall eintreten kann, auch unter Berücksichtigung des generellen Anlagehorizonts zu hoch sein, ist eine defensivere Ausrichtung der Anlagestrategie vor der Abreise die folgerichtige Konsequenz. Eine vorübergehende Portfolioabsicherung ist dabei auch mit Termingeschäften, wie zum BeispielPut-Optionen oder entsprechend ausgestalteten Zertifikaten möglich.

Nach der Überprüfung der Anlagestrategie ist eine detaillierte Analyse der Wertpapierpositionen empfehlenswert. Dabei sollte zunächst abgestimmt werden, ob während der Abwesenheit einzelne Anlageformen fällig werden oder inwieweit es Ausschüttungen in Form von zum Beispiel Dividenden- oder Zinszahlungen gibt. Bei endfälligen festverzinslichen Wertpapieren oder Ausschüttungen ist die Handhabung noch relativ einfach, da der fällige Betrag bereits vor dem Urlaub bekannt ist. Der Anleger sollte aber dafür sorgen, dass fällige Beträge auf einem Tagesgeldkonto zwischengeparkt werden und nicht zinslos auf einem Verrechnungskonto liegen bleiben.

Bei fälligen Fremdwährungsanleihen sollte im Vorfeld bestimmt werden, ob die Rückzahlung in Euro umgetauscht oder auf einem Fremdwährungskonto zwischengeparkt werden soll.

Komplexer wird es bei strukturierten Anlageprodukten, wie zum Beispiel Aktienanleihen oder Discount-Zertifikaten, bei denen die Art der Rückzahlung bei Endfälligkeit an bestimmte Kursmarken des Basiswertes gebunden ist. Hier kann es zu bösen Überraschungen kommen, wenn anstatt der Rückzahlung des Kapitals plötzlich die Einbuchung von Aktien erfolgt, wodurch sich die Aktienquote des Portfolios während der Abwesenheit entsprechend erhöhen kann. Insbesondere bei fälligen Zertifikaten ist daher ein Blick in die konkrete Ausgestaltung der Emissionsbedingungen empfehlenswert.