Geschlossene Fonds „Das bessere Ergebnis liegt in der Extrameile“

Thomas Böcher, Geschäftsführer der Hamburger Paribus-Gruppe

Thomas Böcher, Geschäftsführer der Hamburger Paribus-Gruppe

DAS INVESTMENT: Wölbern hatte im Zuge der Betrugsvorwürfe gegen den damaligen Firmenchef Heinrich Maria Schulte keinen guten Ruf. Warum haben Sie die Fonds dennoch übernommen?

Thomas Böcher: Wir haben intern darüber diskutiert, und ich zählte zu den Warnern und Mahnern. Ich habe befürchtet, dass wir unser gutes Standing beschädigen. Immerhin gab es Beispiele aus der Vergangenheit, wo dem neuen Verwalter die schlechte Performance der angeschlagenen Gesellschaft angelastet wurde, etwa bei den US-Fonds der Rosche Gruppe. Auch die Ertragsmöglichkeiten waren begrenzt. Den Initialertrag aus der Konzeption der Fonds hatte Wölbern längst vereinnahmt. Die laufenden Einnahmen sind überschaubar, zumal die Fonds doppelten und dreifachen Einsatz erfordern.

Eigentlich alles Gründe, um abzuwinken.

Böcher: Und trotzdem war die Übernahme genau die richtige Entscheidung. Sie hat uns von einem Anbieter von Fonds mit Lokomotiven und Immobilien für den deutschen Markt zu einem international agierenden Unternehmen gemacht. Wir haben aus dem Stand heraus Immobilien in Paris, London, Österreich und vor allem in den Niederlanden managen müssen – und es ist uns gelungen.

Hatten Sie Mitbewerber um die Übernahme der Fonds?

Böcher: Wölbern-Chef Schulte hatte seinerzeit ihm nahestehende Rechtsberater in die Geschäftsführung der Fonds eingesetzt, um eine Eigenverwaltung durchzuführen. Aber das haben die Anleger nicht wirklich akzeptiert. Die meisten Mitbewerber wollten wohl ihre Finger von der Übernahme dieser Fonds lassen. Am Ende gab es einige wenige, die sich mit uns um diese Aufgabe beworben haben. Wir konnten den Insolvenzverwalter von unserem Konzept zur Stabilisierung der Fonds überzeugen. Auch die damalige Leistungsbilanz unserer ureigenen Paribus-Fonds sowie unser Netzwerk und unsere Expertise von Management und Team werden ausschlaggebend für den Zuschlag gewesen sein.