Paul Singer über den Anleihemarkt „Die größte Blase, die es je gegeben hat“

Riesenkaugummi-Skulptur in einer Pariser Bahnhofshalle. Foto: Getty Images

Riesenkaugummi-Skulptur in einer Pariser Bahnhofshalle. Foto: Getty Images

Der Anleihemarkt erlebe derzeit „die größte Blase, die es je gegeben hat“ – warnt Hedgefonds-Manager Paul Singer. Auf der New Yorker Konferenz „Delivering Alpha“, über die das Handelsblatt berichtet, nannte Singer das internationale Finanzsystem fragil: „Wir leben in einer sehr gefährlichen Zeit“, resümiert der Chef des Hedgefonds Elliott Management Corporation.

Singer befürchtet sowohl einen Einbruch der Anleihemärkte als auch einen plötzlichen Anstieg der Inflation. Auch wenn die Hürden für einen Währungsabsturz heute im Vergleich zu den Gegebenheiten in der Vergangenheit höher erschienen, könne sich die Situation auch schnell wenden, so der bekannte Investor.

Die Fed richtet es nicht allein

Der Federal Reserve bescheinigt Singer, durch Senkung der Leitzinsen auf die Finanzkrise richtig reagiert zu haben. Vorwürfe adressiert der Hedgefonds-Manager dagegen an die US-Regierung: Diese hätte mit einer besseren Finanzpolitik und Deregulierung für mehr Wachstum sorgen sollen, statt allein die Notenbank in der Verantwortung zu sehen.

Heute könne man die Zinsen nicht einfach ohne begleitendes Einschreiten der Politik wieder heraufsetzen, so Singer. Eine geldpolitische Normalisierung müsse von einer wachstumsfreundlichen Politik flankiert werden.

Anlegern rät der bekannte Investor, mittel- bis langfristige Anleihen zu verkaufen. Gold sei dagegen eine sinnvolle Beimischung im Portfolio, sagte Singer im Rahmen seines Vortrags.