Manager des BNY Mellon Global Short-Dated High Yield Bond „Perfektes Umfeld für Hochzinsanleihen“

Ulrich Gerhard, BNY Mellon Global Short-Dated High Yield Bond | © Piotr Banczerowski

Ulrich Gerhard, BNY Mellon Global Short-Dated High Yield Bond Foto: Piotr Banczerowski

DAS INVESTMENT: Selbst in Europa bessern sich die Wirtschaftsdaten. Das kommt auch den weniger soliden Anleihen Ihres Anlageuniversums zugute?

Ulrich Gerhard: Ja, wir stellen in Europa ein ordentliches Wachstum fest. Sogar Spaniens Wirtschaft legt zu, und das selbst im Häuserbau. Auch die Vereinigten Staaten bleiben auf Kurs, die Zuwächse sind moderat, aber konstant. Das ist perfekt für Hochzinsanleihen. Ein zu starkes Wachstum dagegen kann die Unternehmen verführen, sich auf höhere Schulden einzulassen. Das hat sich etwa mit Start der Finanzkrise 2008 bitter gerächt.

Sie bevorzugen kurzlaufende Hochzinsanleihen. Warum?

Wegen des außergewöhnlich guten Rendite-Risiko-Profils. High Yields mit kurzer Laufzeit bieten eine überproportionale Belohnung für das Risiko, das Anleger eingehen müssen. Der Grund liegt einerseits in der erst steil, dann immer flacher ansteigenden Zinskurve, andererseits in der im Zeitablauf linear zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls. Daraus folgt, dass die optimale Laufzeit zwischen ein und zwei Jahren liegt. Zurzeit beträgt die erwartete Restlaufzeit der Titel in unserem Portfolio im Schnitt 1,33 Jahre, die mittlere Verzinsung 4,1 Prozent pro Jahr.

Zudem schwankt der Wert des Fonds deutlich weniger als bei anderen Portfolios mit Hochprozentern.

Ja, die Risikokennziffer Volatilität fällt mit rund 4 Prozent nicht einmal halb so hoch wie am gesamten Markt für Hochzinsanleihen aus. Das liegt daran, dass sich auch unter- und überbewertete Titel Richtung Laufzeitende immer weiter ihrem Nominalwert nähern. Dieser Effekt ist im Universum bonitätsschwacher Anleihen besonders wichtig. Wer die Liquiditätslage eines emittierenden Unternehmens abschätzen kann, weiß auch, ob dieses seinen Kreditverpflichtungen nachkommen kann. Wenn das Laufzeitende dagegen weiter als zwei Jahre in der Zukunft liegt, verlieren diese Prognosen schnell an Treffsicherheit.

Welche Folgen hätte eine Zinswende?

Kurzläufer-Fonds reagieren grundsätzlich weit weniger auf steigende Zinsen oder Risikoaufschläge. Hinzu kommt, dass viele Portfoliotitel ihr Laufzeitende erreichen und ausgezahlt werden, konkret rund drei Viertel pro Jahr. Das spült regelmäßig Bargeld in den Fonds. Sollten die Zinsen also tatsächlich steigen, können wir umgehend in lukrativere Anleihen reinvestieren.