Peter Allwright: „Ein Problem in Europa ist das demokratische Defizit“

Peter Allwright (li.) traf DAS-INVESTMENT.com-Redakteur<br>Andreas Scholz in Hamburg

Peter Allwright (li.) traf DAS-INVESTMENT.com-Redakteur
Andreas Scholz in Hamburg

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DAS INVESTMENT.com: Reden wir zunächst über Ihre aktuelle Strategie.

Peter Allwright: Die Papiere im Portfolio laufen sehr kurz und haben ausschließlich Dreifach-A-Bewertungen. Wir haben kein Österreich mehr und nur noch eine Mini-Portion britischer Anleihen, die wir auslaufen lassen.

DAS INVESTMENT.com: Sie meinen das Kernportfolio?

Allwright: Genau. Hier haben wir nur noch Deutschland, Niederlande, Schweden, Dänemark und etwas Norwegen, alles in Euro. Das war’s. Damit bekommen wir zwar nur Cash-artige Renditen, aber auch Liquidität. Und Liquidität ist in diesen Märkten das wichtigste.

DAS INVESTMENT.com: Hätten Sie nicht gerne einen Fonds auf den Cayman Islands mit monatlichen Verschlusszeiten für Anleger?

Allwright: Viel besser wäre das auch nicht. Sogar diese Fonds können in Sachen Liquidität unter Stress geraten. Dann geht das Geld konzentriert an ein oder zwei Tagen raus.

DAS INVESTMENT.com: Aber dazwischen hätten Sie Zeit, um entspannt zu arbeiten.

Allwright: Nicht nötig. Für unsere Strategien sind Ucits-Fonds bestens geeignet. Und wenn Sie mit Ihrem Fonds in täglich liquiden Märkten unterwegs sind, dann sollten Sie ihn auch täglich liquide führen.

DAS INVESTMENT.com: Hatten Sie mal Liquiditätsprobleme?

Allwright: Nach der Lehman-Pleite mussten wir für einen Kunden, einen Dachfonds, für den wir damals ein separates Mandat managten, ein Viertel des Portfolios auflösen. Das haben wir problemlos und ohne große Einbußen hinbekommen. Wir haben immer im Hinterkopf, dass so etwas wieder passieren kann. Deshalb gehen wir derzeit nur die Zinskurve entlang und bleiben im Dreifach-A-Bereich. Wir opfern damit vielleicht eine kleine Extra-Rendite, erreichen aber extrem viel mehr Liquidität. Auch im etwas risikoreicheren Alpha-Portfolio halten wir uns an liquide Märkte, was einige Schwellenländer ausschließt.

DAS INVESTMENT.com: Wie schlimm ist die Krise?

Allwright: Sehr schlimm. Einige sagen schon, dass Griechenland eine Art Lehman Brothers für Europa ist. Das stimmt aber nicht. Griechenland ist viel schlimmer mit viel größeren Ansteck-Gefahren. Die Dexia Bank ist eine Art Bear Stearns, das ja ein halbes Jahr vor Lehman Pleite gegangen ist. Und wir dürfen nicht vergessen: Die Dexia Bank hatte den Stresstest bestanden.