Peter E. Huber: Europa steht vor einer schweren Rezession

Peter E. Huber

Peter E. Huber

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Die konzertierte Aktion der großen Notenbanken zur massiven Bereitstellung von Dollar-Liquidität kam überraschend und hat die Märkte schwer beeindruckt. Die Erleichterungsrallye an den Börsen könnte durchaus bis in den Januar hinein tragen. Es gibt aber auch einen guten Hinweis auf den Ernst der Lage, wenn so schweres Geschütz aufgefahren wird. Angeblich stand eine europäische Großbank kurz vor dem Aus.

Wie geht es weiter? Das Problem ist, dass die Politik inzwischen jede Glaubwürdigkeit verspielt hat. Je mehr Frau Merkel die Einführung von Eurobonds oder verstärkte Anleihekäufe durch die EZB dementiert, umso sicherer rechnen die Börsen damit. Damit könnte man sich Zeit kaufen, verschlimmert aber das Problem. Eine Staatsschuldenkrise lässt sich nun mal nicht durch immer mehr Schulden lösen. Die Gretchenfrage ist, ob die politisch Verantwortlichen diese gekaufte Zeit nutzen werden, um die eigentlichen Ursachen für diese Krise anzugehen. Seit Jahrzehnten lebt man über die Verhältnisse und es werden ständig neue Schulden aufgehäuft.

In den letzten Jahren hat sich das Schuldenkarussell immer schneller gedreht. Die Bundesregierung hat ein unrühmliches Signal gesetzt, wenn sie trotz der aktuell guten konjunkturellen Lage in Deutschland für 2012 eine höhere Neuverschuldung plant, statt mit gutem Beispiel voranzugehen.