Philippe Champigneulle: „Wir importieren die Inflation“

Philippe Champigneulle, DNCA Finance

Philippe Champigneulle, DNCA Finance

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DAS INVESTMENT.com: Ihr europäischer Mischfonds trägt den wohlklingenden Namen Eurose. Eine romantische Ader von Ihnen?

Philippe Champigneulle: So in der Art. Unser Investment-Leiter Jean-Charles Meriaux liebt Rosen. Wenn wir neue Fonds auflegen, verteilen wir sogar welche an Kunden. Andererseits ist der Fondsname auch eine Antwort auf eine bekannte französische Lebensversicherung mit Garantie, den Fonds en Euro. Ein Vehikel, das in Frankreich aus steuerlichen Gründen sehr beliebt ist und viel benutzt wird.

DAS INVESTMENT.com: Schade, dass wir nun trotzdem über die nicht ganz so schönen Dinge im Leben sprechen müssen. Die Eurokrise.

Champigneulle: Hier teilen wir die Länder inzwischen in Kernländer wie Deutschland und Frankreich ein und in Randländer wie etwa Portugal und Griechenland. Bei letzteren stellt sich die Frage, ob sie weiter zahlen können oder nicht.

DAS INVESTMENT.com: Und wie heißt die Antwort?

Champigneulle: Ich bin optimistisch.

DAS INVESTMENT.com: Dann können Sie bei den Anleihen ja kräftig zugreifen. Die Renditen sind schön hoch.

Champigneulle: Nein. Danke.

DAS INVESTMENT.com: Verstehe ich nicht.

Champigneulle: Jetzt zu kaufen, würde unserer Philosophie widersprechen. Wir wollen erst mehr Sicherheit in der Sache. Wissen Sie, die Bilanz eines Unternehmens ist gut lesbar. So haben wir neulich bei Heidelberg Cement zugegriffen. Ein Staat publiziert keine Bilanzen und die Kreditwürdigkeit ist daher für uns nur schwer zu prüfen.

DAS INVESTMENT.com: Trotzdem glauben Sie an die Länder und den Euro?

Champigneulle: Ich glaube, die Kernländer haben genug Mittel, um die gesamte Eurozone zu retten. Die Politiker haben das Problem verstanden und erstmal Zeit gekauft. Sie werden das Problem lösen.



Philippe Champigneulle (re.) von DNCA Finance sprach auf dem Fondskongress in Mannheim mit Redakteur Andreas Scholz über die Eurokrise. Links im Bild: Fondsmanager Igor de Maack

Zum zweiten Teil des Interviews