Pictet-Water Fracking: Jeder Tropfen zählt

Gas- und Ölfracking in Kalifornien: Kritiker bemängeln den Wasserverbrauch und die -verschmutzung | © Getty Images

Gas- und Ölfracking in Kalifornien: Kritiker bemängeln den Wasserverbrauch und die -verschmutzung Foto: Getty Images

Die Wasserreinhaltung und -aufbereitung ist ein lukratives Geschäft. Grund dafür sind die wachsende Weltbevölkerung und der Klimawandel. Würden die Teile der amerikanischen Wirtschaft, deren Wasserverbrauch stetig zunimmt, nachhaltigere Produktionsmethoden nutzen, könnte die Branche sogar noch größer sein.

Gemeint sind die US-Unternehmen, die in der Förderung von Schiefergas und -öl tätig sind. Ihre revolutionäre Methode der hydraulischen Frakturierung (kurz Fracking) – bei der Wasser unter hohem Druck in unterirdische Gesteinsschichten gepresst wird, um die darin befindlichen fossilen Brennstoffe freizusetzen – benötigt große Mengen des kostbaren Nass.

Fracking versechsfacht Abwasserproduktion

In den USA macht Fracking nur ein Prozent des gesamten Wasserverbrauchs aus, aber in den einzelnen Countys und Bundesstaaten, in denen sich die Förderanlagen für Schiefergas und -öl befinden, sind die Anteile deutlich höher. Im Durchschnitt verbraucht eine einzige Förderanlage in Pennsylvania während ihrer Laufzeit fast 5,6 Millionen Gallonen (bzw. rund 21,2 Millionen Liter) Wasser; das entspricht sieben gefüllten olympischen Schwimmbecken.

Wenn man bedenkt, dass es in den USA rund 300.000 Fracking-Anlagen gibt, versteht man, warum die Schieferbranche sich den Zorn von Umweltschützern, Biologen, Gemeindebehörden und Politikern zugezogen hat.

Eine Methode, die viel Wasser verbraucht: Fracking in den USA: Wasserverbrauch pro Anlage (Millionen Liter pro tausend Kubikmeter)

                                          Quelle: A. Kondash, A. Vengosh, „Water footprint of hydraulic fracturing“, Duke University, 2015

Diese sind unter anderem besorgt darüber, dass das Fracking-Abwasser nicht oft genug recycelt wird. Während die Förderanlagen in Pennsylvania den Großteil des von ihnen produzierten Abwassers aufbereiten, sind es bei anderen Anlagen, wie z.B. in West Virginia, weniger als acht Prozent des Abwassers. Tatsächlich kam es aufgrund von Fracking im Zeitraum von 2004 bis 2011 zu einer Versechsfachung des von den USA produzierten Abwassers. In den meisten Fällen wird das unbehandelte Rückflusswasser (das sogenannte Flowback) – das chemische Giftstoffe und andere Schadstoffe enthält – in unterirdischen Lagerstätten verpreßt.

Dieses Vorgehen ist aus mehreren Gründen nicht nachhaltig. Es belastet Staaten, die Schieferöl fördern, wie z.B. Texas, wo Frischwasser nicht so reichlich vorhanden ist, und birgt das Risiko, Flüsse zu verschmutzen. Zudem kann Fracking leichte Erdstöße auslösen. Diese Situation könnte sich jedoch bald ändern. Laut den Mitgliedern des wissenschaftlichen Beirats der Strategie Pictet Water könnten Schieferunternehmen ihren Frischwasserverbrauch deutlich reduzieren. Die Lösung – die Nutzung von Technologien zur Wasseraufbereitung und -rückgewinnung – mag komplex sein, ist aber technisch und kommerziell umsetzbar.