Pimco-Marktausblick 2017 „Märkte scheinen übertrieben optimistisch“

Pimco sieht den globalen Handel vor mehreren kritischen Wendepunkten in der Geld-, Fiskal-, Handels-, Geo- und Währungspolitik. | © freestocks.org

Pimco sieht den globalen Handel vor mehreren kritischen Wendepunkten in der Geld-, Fiskal-, Handels-, Geo- und Währungspolitik. Foto: freestocks.org

Andrew Balls, Pimco

In ihrem aktuell veröffentlichten Ausblick für die kommenden drei bis fünf Jahre betont die kalifornische Allianz-Tochtergesellschaft Pacific Investment Management (Pimco) das hohe Maß an Unsicherheit, das derzeit für die Weltwirtschaft und die globalen Märkte herrscht.

„Die Veränderungen auf der Ebene politischer Maßnahmen fallen mit dem zunehmenden Rezessionsrisiko in einer instabilen Welt zusammen“, erklärt Andrew Balls, Investment-Chef für Anleihen bei Pimco. Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den nächsten fünf Jahren liege rund 70 Prozent.

Märkte reagieren übermäßig gelassen

Laut Balls nahmen die Märkte zuletzt kritische Ereignisse wie das Brexit-Votum und die US-Präsidentschaftswahl übermäßig gelassen hin. Die ungebrochene Risikobereitschaft schlage sich in steigenden Aktienbewertungen, schrumpfenden Risikoprämien am Anleihenmarkt und einer niedrigen realisierten Volatilität nieder.

Der Pimco-Marktausblick 2017 nennt als …

langfristige Wendepunkte

  • Geldpolitik: Die Normalisierung der Fed-Bilanz dürfte weniger ausgeprägt ausfallen als viele Marktteilnehmer erwarten. Der langfristige Zielwert der Fed Funds Rate dürfte im Rahmen der „Neuen Neutralität“ deutlich unter historischem Durchschnitt liegen.
  • Fiskalpolitik: Der US-Kongress dürfte ein Paket mit vielen Steuersenkungen verabschieden aber die Reformen werden dagegen gering ausfallen. In Europa besteht weiterhin nur begrenzter fiskalpolitischer Spielraum.
  • Handelspolitik: Die USA dürften sich auf bilaterale Vereinbarungen (zum Beispiel China, NAFTA) konzentrieren und ihren bestehenden Einfluss innerhalb der WTO aggressiv nutzen.
  • Wechselkurs- und Geopolitik: Trotz der populistischen Strömungen in Europa erwartet Pimco, dass der Euro fortbesteht und Italien in der Eurozone bleibt. Der chinesische Yuan dürfte weiter allmählich nachgeben.

gesamtwirtschaftliche Risiken

  • Pimco sieht die Abwärts- und Aufwärtsrisiken in den USA ungefähr ausgeglichen. Über den langfristigen Horizont hinweg steigt das Abwärtsrisiko für das Wachstum sowohl in Europa als auch in China.
  • Darüber hinaus ist das Risiko globaler Deflation deutlich zurückgegangen.
  • Es besteht das Risiko, dass die Fed Funds Rate sogar unter das geringere Niveau der „Neuen Neutralität“ sinkt.
  • Es besteht zudem das Risiko, dass die Weltwirtschaft in eine nächste Rezession „ohne Ersatzreifen“ in Form geldpolitischen Spielraums gerät

Schlussfolgerungen für Portfolios

  • Konzentration auf Bewertungen, denn viele „gute Meldungen“ sind an den Märkten bereits eskomptiert.
  • Anlageschwerpunkt auf Kapitalerhalt.
  • Auswahl von Zinsanlagen und Anleihen nach relativem Wertpotenzial.
  • Nutzen globaler Anlagechancen, einschließlich der Schwellenländer
  • zunehmende Bedeutung von Alpha-Generierung im Niedrigzinsumfeld, insbesondere am Anleihenmarkt durch aktives Management