Plattform GKFX Online-Broker fordert einheitlichen Wissentest für Anleger

Computer-Tastatur. Wer als Day-Trader im Internet handeln möchte, muss laut EU-Gesetzgebung vertieftes Kapitalmarktwissen nachweisen. | © I-vista/<a target=„_blank“ href=„https://www.pixelio.de/“;>Pixelio.de</a>

Computer-Tastatur. Wer als Day-Trader im Internet handeln möchte, muss laut EU-Gesetzgebung vertieftes Kapitalmarktwissen nachweisen. Foto: I-vista/Pixelio.de

Die Richtlinie Mifid II und die Maßnahmen der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde sollten eigentlich für Transparenz und noch besser geschützte Anleger sorgen: Anbieter von Finanzprodukten und Finanzdienstleistungen sollten für Kunden vergleichbarer werden. Das sei zumindest in einem Bereich überhaupt nicht gelungen, beschweren sich die Macher des Broker-Portals GKFX: und zwar beim Kunden-Eignungstest von Online-Brokern.

Ein Kunde, der Finanzprodukte kaufen möchte, muss auch online zuvor Angaben zu seinen Kapitalmarkterfahrungen machen.„Die Einführung dieser Eignungstests halten wir für sinnvoll und richtig“, sagt Arkadius Materla, Deutschlandchef von GKFX. Allerdings gebe es seitens der Aufsichtsbehörden keine einheitlichen Regeln für die Tests im Internet. Daher sorge die von Mifid geforderte Eignungsbeurteilung in der Branche eher für Verwirrung als für Klarheit, so Materla.

Einheitlicher Wissenstest

Die Beurteilung sollte eigentlich dafür sorgen, dass ein Kunde bestimmte Kapitalmarktprodukte nicht erwerben kann, wenn er sich nicht genug auskennt. Das ist für GKFX deswegen besonders bedeutend, weil das Portal sich auf sogenanntes Day-Trading spezialisiert hat, also den Handel mit Wertpapieren innerhalb eines Tages. Day-Trader wollen von kurzfristigen Kursschwankungen profitieren. Die Geschäfte gelten als spekulativ. Um als Day-Trader zugelassen zu werden, sind deshalb tiefergehende Erfahrungen vonnöten als für den Kauf beispielsweise eines Index-Sparplans.

GKFX-Mann Materla fürchtet nun: Da seine Plattform Kunden sorgfältig auf ihr Wissen hin überprüfe und es daher zu der ein oder anderen Ablehnung komme, könnten solche Kunden sich einfach einer anderen Plattform zuwenden – einer mit deutlich laxeren Bedingungen. „Bei einer Ablehnung sollte ein Kunde verstehen, dass er aufgrund einer objektiven Einschätzung der fehlenden Voraussetzungen abgelehnt worden ist“, fordert Materla. Er fürchtet: „Da es aber keinen einheitlichen branchenweiten Eingangstest gibt, wird ein abgelehnter Kunde sein Scheitern damit erklären, dass der Broker ihn nicht will.“ Bei einem anderen Broker könnte er dagegen auf lockerere Bedingungen stoßen und dann von dort aus handeln.  

GKFX fordert daher einen brancheneinheitlichen Wissenstest für Online-Neukunden. Dieser solle das Vorgehen aller Anbieter transparent machen und Kunden besser schützen. Zudem solle die Esma die sehr unterschiedlichen Anbieter am Markt strenger unter die Lupe nehmen. Auf einigen Plattformen erhielten Kunden schnell und einfach den Status als professioneller Trader zugewiesen oder sie würden mit Offshore-Angeboten geködert. Das Problem: Die strengen europäischen Anlegerschutz-Bestimmungen seien dort nicht gültig.