KSW-Portfoliomanager Manfred Rath „Im Handelskrieg gibt es keine Sieger“

Die Taktik von US-Präsident Donald Trump: Zölle auf der einen, Zugeständnisse gegenüber einzelnen Ländern auf der anderen Seite. | © Getty Images

Die Taktik von US-Präsident Donald Trump: Zölle auf der einen, Zugeständnisse gegenüber einzelnen Ländern auf der anderen Seite. Foto: Getty Images

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Manfred Rath

Die Strategie, die US-Präsident Trump mit den angedrohten Zöllen im Handel mit den USA verfolgt, ist ziemlich einfach. Zunächst wird eine harte Drohung ausgesprochen, dann werden bilateral Zugeständnisse für einzelne Länder gemacht. Das soll die Verhandlungsposition der Amerika-first-Gegner schwächen, da diese nicht mehr gemeinsam vorgehen.

Nicht zuletzt handelt Trump nach der Devise: Wer nicht hören will, muss fühlen. In Teilen scheint diese Strategie sogar aufzugehen. Die Zuversicht deutscher Exporteure ist deutlich gedämpft und die Stimmung der Unternehmen auf dem tiefsten Stand seit einem Jahr.

Stahlzölle für China, Sojazölle für die USA

Auf den ersten Blick hat der US-Präsident sogar Recht. Gerade im Handel mit China fällt auf, dass beispielsweise chinesische Autohersteller beim Import in die USA nur mit 2,5 Prozent Einfuhrzoll belastet werden, umgekehrt sind dagegen 25 Prozent fällig. Auch den deutlichen Abschwung in der amerikanischen Stahlindustrie könnte man als Beispiel heranziehen. Allerdings stellt sich die Frage, ob die billigen Stahlimporte aus China tatsächlich der Grund für die Misere sind, oder ob vielmehr die abnehmende Nachfrage nach Stahl und jahrzehntelange Automatisierung die Probleme verursacht haben.

Nachdem Trump im März die Strafzölle auf Stahl- und Aluminium verhängte, ließ die Antwort aus China nicht lange auf sich warten. Nicht ganz zufällig haben die Chinesen sich Güter wie Soja für Zollerhöhungen ausgesucht. Das trifft besonders Staaten, die traditionell republikanisch wählen und Wahlen stehen ja dieses Jahr noch an.

Natürlich ist die Anhebung von Einfuhrzöllen ein Mittel, um rasch auf die Ungleichgewichte in den Waren- und Zahlungsströmen zu reagieren. Wenn die heimischen Unternehmen dann mehr produzieren, könnte das sogar zu mehr Wachstum im Lande führen und das chronisch hohe Handelsbilanzdefizit der USA verringern. Kurzfristig ist es also eine erfolgreiche Strategie.