Porträt Kontrollierte Offensive

Gründer Matthias Habbel (links) und Fondsmanager Carsten Garbers von Habbel, Pohlig & Partner | © Sebastian Reimold

Gründer Matthias Habbel (links) und Fondsmanager Carsten Garbers von Habbel, Pohlig & Partner Foto: Sebastian Reimold

Kontinuität und Verlässlichkeit sind beim Vermögensverwalter Habbel, Pohlig & Partner (HP&P) Trumpf. Seit immerhin 17 Jahren managen die Wiesbadener bereits den HP&P Euro Select UI. Das Fondsmanagerteam um den Gründer und Geschäftsführer Matthias Habbel hat also schon alle Aufs und Abs der europäischen Aktienmärkte mitgemacht und alle Krisenerfolgreich überstanden.

Das dem so ist, dürfte vor allem an der besonderen Investmentphilosophie liegen, die da lautet: „Investieren statt Spekulieren“. Grundlage des Anlageprozesses ist bei der 1996 gegründeten Vermögensverwaltung die qualitätsorientierte Aktienauswahl. „Nur wer die Qualität eines Unternehmens kennt, kann dessen fundamentalen Wert bestimmen“, so Fondsmanager Carsten Garbers. „Zudem steht bei uns der nachhaltige Wertzuwachs im Vordergrund“, erläutert sein Kollege Habbel. Risikovermeidung stehe vor Gewinnmaximierung. Das Portfolio des Aktienfonds besteht in der Regel aus etwa 40 Titeln. Dabei kann sich das Fondsmanagement im gesamten europäischen Aktienuniversum bedienen, das heißt, neben Standardwerten darf es auch in Mid und Small Caps anlegen. Weitere Bedingung: Die Aktienquote muss mindestens 51 Prozent betragen.

Die dynamische Steuerung der Liquiditätsquote ist neben dem Stockpicking ein zentrales Element des Fonds. Das Produktkommt ohne Derivate wie Futures oder Optionen aus. „Vor möglichen kritischen Marktphasen erhöhen wir die Kassenposition und reduzieren so das Risiko. Das Engagement in Aktien wird stets dann zurückgenommen, wenn aus unserer Sicht Marktchancen nicht mehr adäquat durch einzugehende Risiken entgolten werden“, so Habbel. Diese Strategie hat sich beispielsweise in den Jahren 2007 und 2008 als sehr vorteilhaft erwiesen. Weil der H&P Euro Select UI Fonds mit über 40 Prozent auf Liquidität gesetzt hatte, kamen die Anleger in dieser von Verlusten geprägten Marktphase mit einem blauen Auge davon.

Die Cashquote wurde jüngst von 30 Prozent auf 20 Prozent reduziert: „Es war schlichtweg die zuletzt wieder attraktivere fundamentale Bewertung von Qualitätsaktien, die uns dazu bewogen hat“, sagt Garbers. In den letzten Wochen haussierten vor allem zyklische Sektoren, während konjunkturunabhängigere Unternehmen mit hoher Qualität teils Verluste hinnehmen mussten. „Hier haben wir die Chance ergriffen und Qualitätsaktien nachgekauft“, so Garbers. Die Identifikation mit dem rund 82 Millionen Euroschweren Fonds ist groß, schließlich wird er überwiegend mit Geldern der eigenen Kunden verwaltet. Der Vermögensverwalter als Fondsmanager sitzt also mit seinen Kunden im gleichen Boot.

Der Titelauswahl liegt ein stringenter Auswahlprozess mit Fokus auf die Qualität eines Unternehmens zugrunde. „Wir kombinieren das Stockpicking dann noch mit einer aktiven Liquiditätssteuerung eines fundamental orientierten Vermögensverwalters“, sagt Fondsmanager Habbel. Die Länder- und Sektorenaufteilung wird nichtgesteuert, sondern ist lediglich das Residuum des Stockpickings. Aktuell zählen auf Länderebene vor allem Deutschland und Frankreich dazu. Zu den bevorzugten Branchen gehören Konsum, Gesundheit und Industrie.