P&R-Gründer Heinz R. verhaftet „Der wirtschaftlich dickste Brocken steht im Feuer“

Container im Hafen: Die Anleger von Direktinvestments in Seecontainer der P&R-Gesellschaften hoffen in dem aktuell laufenden Insolvenzverfahren auf einen Teil ihrer in den vergangenen fünf Jahren insgesamt investierten etwa 3,5 Milliarden Euro. | © freestocks.org

Container im Hafen: Die Anleger von Direktinvestments in Seecontainer der P&R-Gesellschaften hoffen in dem aktuell laufenden Insolvenzverfahren auf einen Teil ihrer in den vergangenen fünf Jahren insgesamt investierten etwa 3,5 Milliarden Euro. Foto: freestocks.org

Anleger kaufen Seecontainer, die sie dem Verkäufer vermieten und später zu einem vorab vereinbarten Preisen wieder zurückgeben – mit diesem Anlagekonzept sammelte die P&R-Gruppe aus Grünwald in den vergangenen Jahren Anlagegelder in Milliardenhöhe von zehntausenden Investoren ein.

Doch die Container-Investments waren schon seit mehr als einem Jahrzehnt zum Scheitern verurteilt. Das bestätigte zuletzt ein Bericht der Insolvenzverwalter der Kanzlei Jaffé. Demnach flossen seit 2007 immer mehr Gelder der Neuanleger an Altkunden statt in neue Stahlkisten investiert zu werden.

Rückkaufswerte in Gefahr

Außerdem stellte Insolvenzverwalter Michael Jaffé fest, dass von den 1,6 Millionen in den Büchern stehenden Containern nur 618.000 vorhanden waren. Im März dieses Jahres stellte P&R dann den Antrag auf Insolvenz. Die Frist zum Anmelden von Forderungen endet am heutigen 14. September.

Was die rund 54.000 Anleger, die von dem mutmaßlichen „Schneeballsystem“ betroffen sind, wissen jetzt müssen, erklärt Hartmut Göddecke in einem Video-Kommentar (siehe oben). Der Rechtsanwalt aus Siegburg sieht zwar gute Chancen, die vereinbarten Mieten einzufordern. Doch: „Die Rückkaufswerte werden zum Lackmustest“. 

Damit stehe „der wirtschaftlich dickste Brocken im Feuer“, warnt Göddecke. Mit der Verhaftung am Mittwoch bekomme das „P&R-Containerchaos“ eine dramatische Wendung. Hierbei dürfte es sich wahrscheinlich um den größten Betrug an privaten Kapitalanlegern in Deutschland handeln. 

Die Staatsanwaltschaft München geht inzwischen von einem Schadensvolumen von bis zu 2 Milliarden Euro aus. „Damit werden unsere Befürchtungen bestätigt“, kommentiert Göddecke. Der Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht vertritt seine Mandanten als nächsten Schritt bei der Gläubigerversammlung in der Münchner Olympiahalle