Preis-Irrtum Händler verklagt Bank auf 152 Millionen Euro

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Ein "Irrtum" bei der Preisstellung für ein Zertifikat hat der BNP Paribas eine Schadensersatzklage in Höhe von 1 Million Euro beschert - die auf bis zu 152 Millionen Euro steigen könnte. Ein Händler, der ein Zertifikat genau dann orderte, als das Papier für einen Zeitraum 500 Mal billiger notierte als kurz davor und kurz danach, verlangt diesen Betrag, weil die Bank sich später nicht an das Geschäft gebunden sah.

Händler Armin S., der seinen vollständigen Namen nicht veröffentlicht sehen will, hat nach eigenen Angaben hat am Freitag zunächst Klage in Höhe von einer Million Euro vor dem Landgericht Frankfurt am Main eingereicht. Den Rest will er zur Not später einklagen. Grund ist, dass die BNP auf die Order nicht geliefert habe. Das Institut habe sich darauf berufen, es könne die Zusage "wegen Irrtums" anfechten, so Armin S. gegenüber Bloomberg News.

Dagegen argumentiert Armin S., die BNP sei an die Order gebunden, weil die Bank nicht innerhalb einer vertraglich für solche Fälle vorgegebenen Frist widersprochen habe.

Die BNP Paribas wollte sich auf mehrfache Nachfrage von Bloomberg nicht zu der Auseinandersetzung äußern.

Gewinn von über 160 Millionen Euro

Armin S. handelt seit drei Jahren auf eigene Rechnung, nach Stationen bei Citigroup und der WestLB. Am 4. Dezember 2015 habe er über die Handelsplattform "Cats" 3000 Stück des Autocallable-Zertifikats mit der Kennnummer DE000AA2GDQ0 gekauft, erklärte er. Warum er das Zertifikat ausgerechnet in jenem Zeitraum orderte, will er nicht sagen.

Der Kurs war zum Zeitpunkt seiner Order mit 108,80 Euro angegeben. Der Kauf sei so auch gebucht worden und einen Tag später von seiner Depotbank, der Frankfurter BIW Bank für Investments und Wertpapier, zu diesem Kurs abgerechnet worden, so Armin S. Noch am Tag zuvor hatte das Papier bei 55.192 Euro notierte, also mehr als 500 mal höher als der Betrag, zu dem Armin S. abschloß - ein Gewinn von über 160 Millionen Euro erscheint auf seinem Depot, erzählt der Händler.