Gefragte Fonds-Konzepte Professionelle Investoren entdecken Wohnimmobilien

Blick über Kopenhagen, Dänemark | © Pixabay

Blick über Kopenhagen, Dänemark Foto: Pixabay

Im Münchner Stadtteil Sendling kosteten Eigentumswohnungen im Dezember 2016 nach Daten des Online-Maklers Immowelt durchschnittlich knapp 7.100 Euro pro Quadratmeter. Für eine typische Drei-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern geben Käufer also rund 570.000 Euro aus. Dafür gibt es andernorts in Deutschland ein frei stehendes Haus – mit riesigem Garten, Pool und einem Porsche in der Doppelgarage. Und dennoch kann die Investition in der bayerischen Landeshauptstadt rentabler sein als der Kauf in der Peripherie. Entscheidend ist, wie sich die Märkte weiter entwickeln, nicht nur in Deutschland, sondern auch jenseits der Grenzen.

„Die demografischen Strukturen der europäischen Städte unterscheiden sich stark voneinander, was Investoren bei ihren Entscheidungen berücksichtigen müssen“, warnt Thomas Beyerle, bei der Catella Real Estate AG für das Research zuständig. Einheitlich zeigen sich die verschiedenen Märkte in ihrer Fokussierung auf bestimmte Regionen. „Die Urbanisierung setzt sich in Europa weiter fort und führt in den Metropolräumen zunehmend zu Wohnungsknappheit“, so Beyerle. Gleichzeitig sei ein kontinuierlicher Anstieg der Mieten zu beobachten.

So ist der F+B-Wohn-Index Deutschland als Durchschnitt der Preis- und Mietentwicklung im vierten Quartal 2016 im Vergleich zum Vorquartal um 1,2 Prozent und in Relation zum Vorjahresquartal um 5,2 Prozent gestiegen. Ein Ende ist noch nicht in Sicht. Kein Wunder, dass Wohnungen auch für professionelle Investoren zu begehrten Assets geworden sind. Sie haben ihr Portfolio erweitert und legen ihr Kapital nicht länger nur in Bürogebäuden, Einzelhandelsobjekten und Lagerhallen an, sondern erwerben in großem Stil Bestandswohnungen und Projektentwicklungen.

Immobilienpreise

Und auch für Privatanleger hat sich das Angebot erweitert. Sie können wählen: Entweder kaufen sie sich eine einzelne Eigentumswohnung und kümmern sich selbst um Vermietung und Verwaltung. Oder sie beteiligen sich an einem oder mehreren Publikumsfonds und verteilen somit ihren Einsatz auf eine Reihe von Standorten.

Die Fonds-Konzepte kommen an. Wohnungsspezialist Project Investment aus Bamberg zum Beispiel meldet für 2016 das beste Ergebnis seiner 21-jährigen Unternehmenshistorie. „Mit geschlossenen AIF für private Kapitalanleger, semiprofessionelle und institutionelle Investoren haben wir 264 Millionen Euro Eigenkapital akquiriert“, sagt Geschäftsführer Wolfgang Dippold.

Auf Rekordniveau liegt außerdem das Volumen der verkauften Eigentumswohnungen der Project Gruppe. Project veräußert die über die Fonds zwischenfinanzierten Wohnungen im Einzelverkauf an Eigennutzer und Kapitalanleger und setzte mit dieser Strategie im vergangenen Jahr rund 250 Millionen Euro um.

„Deutschland rangiert im europäischen Vergleich bei den Durchschnittsmieten noch immer im untersten Drittel“, berichtet Catella-Researcher Beyerle. Er rechnet daher mit weiteren Mietsteigerungen. Berücksichtigen sollten Anleger jedoch die Veränderung der Lebensstile und die staatliche Regulierung zum Beispiel über die Mietpreisbremse.

Auf diese Entwicklung reagieren die Fondsanbieter mit Modellen, die im Ausland investieren.Patrizia Grundinvest etwa bietet privaten Investoren über geschlossene AIF die Beteiligung an Wohnungen im niederländischen Den Haag und in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen an. „Wer glücklich sein will, sollte nach Dänemark gehen“, wirbt Geschäftsführer Andreas Heibrock. „Der aktuelle World Happiness Report 2016 führt Dänemark als das Land mit den zufriedensten Einwohnern auf unserem Planeten.“