Quantitative Lockerung, Negativzins Fünf Fragen an EZB-Chef Mario Draghi

EZB-Chef Mario Draghi. Heute fällt eine Entscheidung bezüglich der künftigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Foto: Getty Images

EZB-Chef Mario Draghi. Heute fällt eine Entscheidung bezüglich der künftigen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. Foto: Getty Images

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Auf diese fünf Dinge sollte am Donnerstag bei EZB-Präsident Mario Draghi geachtet werden:

Warum mehr Lockerung zum jetzigen Zeitpunkt?

Nach der ersten Hälfte des 1,1 Billionen Euro schweren Anleihenkauf-Programms liegt die Inflation weiterhin nahe null, und die Währungshüter sind zunehmend besorgt, dass sie sich auf niedrigem Niveau festsetzt. EZB-Chefökonom Peter Praet hat gewarnt, dass weitere Verzögerungen, die Preissteigerungsrate wieder in Richtung des Ziels von knapp zwei Prozent zu bringen, die Glaubwürdigkeit der Europäischen Zentralbank gefährden könnten.

Draghi hat die Investoren vor sechs Wochen auf mehr Stimulus-Maßnahmen eingestimmt und bekräftigte seine Zusicherung in einer Rede am 20. November, als er sagte, dass die Währungshüter „das Nötige tun werden, um die Inflationsrate so schnell wie möglich anzuheben" und dabei alle innerhalb des Mandats verfügbaren Instrumente nutzen werde. Sämtliche Ökonomen aus einer Bloomberg-Umfrage erwarten, dass die Notenbank am Donnerstag handelt.



Eine jegliche Entscheidung zur weiteren Lockerung der Geldpolitik dürfte nicht einstimmig erfolgen. Verschiedene Notenbanker, darunter Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und der Präsident des estländischen Zentralbank, Ardo Hansson, haben ihre Bedenken über eine erneute Lockerung kundgetan und dabei auf eine langsame, aber allmähliche Konjunkturerholung und die stützenden Effekte aus einer ölpreisbedingten niedrigen Inflation verwiesen.

Wird die Aktion die Inflation wieder auf Kurs bringen?

Die EZB wird am Donnerstag aktualisierte Prognosen für Inflation und Wirtschaftswachstum veröffentlichen. Aus informierten Kreisen verlautete, dass die Zahlen gegenüber der letzten Prognose kaum verändert seien. Vor drei Monaten hatte die Notenbank für nächstes Jahr eine durchschnittliche Teuerung von 1,1 Prozent und für 2017 von 1,7 Prozent vorausgesagt. Im November lag die Preissteigerungsrate unverändert bei 0,1 Prozent.