Quantitative Lockerung „Wo soll ich investieren?“

George Muzinich

George Muzinich

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"Wo soll ich investieren?" "Alles scheint teuer zu sein." "Bewertungen sind strapaziert." "Geld in Cash zu halten bringt mir nichts." Solche Kommentare hört man ständig. Wir stehen alle vor dem gleichen Dilemma.

Die Politik der quantitativen Lockerung und der starken geldpolitischen Stimulierung war in vieler Hinsicht erfolgreich. Die Zinssätze haben einen deutlichen Rückgang verzeichnet, der Immobilienmarkt ist stärker, die Credit Spreads haben sich eingeengt und der Risikoappetit an den Märkten hat zugenommen.

Aber ist dies auf Kosten einer unhaltbaren Inflation der Asset-Preise erfolgt, ohne Wirtschaftswachstum zu erzeugen? Bei der Verwaltung von Portfolios bedenken wir dieses langfristige Risiko sehr genau und welche Auswirkungen es im Laufe der Zeit auf die realen Erträge haben kann.

Im letzten Jahr wurde von der großen Rotation von Anleihen in Aktien gesprochen. In diesem Jahr allerdings haben die Anleihen die Aktien outperformt. Heute hört man nicht mehr viel über die große Rotation.

Die Aktien haben seit ihrem Rezessionstief einen dramatischen Anstieg erfahren und die Bewertungen sind nicht mehr verlockend, wenn ein von leichtem Wachstum geprägtes Wirtschaftsumfeld berücksichtigt wird. Sollten wir Aktien kaufen, wenn wir in den kommenden Jahren über eine wirtschaftliche Stagnation besorgt sind?

Marktbeobachter haben darauf hingewiesen, dass der US-Aktienmarkt bei einem 25-fachen der Unternehmensgewinne handelt — basierend auf den durchschnittlichen Gewinnen der vergangenen zehn Jahre. In der Vergangenheit sind solche Niveaus erheblichen Marktrückschlägen vorausgegangen.

Erinnerung an Technologieblase

Technologieaktien — insbesondere im Bereich Soziale Medien — werden zu Bewertungen verkauft, die an die Technologieblase im "Neuen Markt" Ende der Neunziger Jahre erinnern. Reflektiert der jüngste Rausch bei M&A-Aktivitäten das Ende eines zyklischen Phänomens? Streben Unternehmen nach Fusionen, um Gewinne durch Kosteneinsparungen zu erhöhen, anstatt Gewinne durch organisches Wachstum zu generieren?

Staatsanleihen haben in diesem Jahr bisher sehr gut abgeschnitten. Ein Branchenexperte hat darauf hingewiesen, dass die europäischen Renditen fast auf ihrem historischen Tief liegen: Die niederländischen Renditen befinden sich nahe einem 500-Jahrestief, die französischen Renditen liegen in einem seit 1746 nicht mehr verzeichneten Tief und die spanischen Renditen sind so niedrig wie seit 1789 nicht mehr.

Wie attraktiv sind 10-jährige italienische oder spanische Staatsanleihen unter 3 Prozent? Wie attraktiv sind 10-jährige US-Treasuries bei rund 2,6 Prozent oder Bundesanleihen unterhalb von 1,4 Prozent? Sind diese "risikofreien" Investitionen so risikofrei, dass wir sie langfristig bei so niedrigen Zinssätzen halten würden?

Wenn wir natürlich für die kommenden Jahre Angst vor einem Null-Wachstum-Szenario wie in Japan haben, könnten diese Anleihen sinnvoll sein. Wir können aber hoffen, dass uns dieses Schicksal erspart bleibt.

Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Die quantitative Lockerung und die expansive Geldpolitik hatten ihre gewünschte Wirkung. Günstiges Geld hat zu einer starken Nachfrage nach hochwertigeren Immobilien geführt. Hochwertige Wohn- und Geschäftsimmobilien weisen nun Renditen auf, die kaum eine Illiquiditätsprämie beinhalten.