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02.09.2010 10:53
Rubrik: Recht & Steuern

Finanztipp der Woche: Heirat schützt vor Pleite nicht – warum ein Ehevertrag sinnvoll ist

Foto: Fotolia

Für viele ist es der schönste Tag ihres Lebens. Für einige – Jahre später – der Startschuss eines finanziellen Desasters. Wenn die Ehe in die Brüche geht, kann die Geldfrage zur Streitfrage werden. Ein Ehevertrag kann die Schlacht um die Taler und finanzielle Ungerechtigkeiten verhindern.

Hannes Peterreins, Gründer und Leiter der Dr. Peterreins Portfolio Consulting GmbH, hält einen Ehevertrag für absolut notwendig. „Natürlich wünscht man sich bei einer Heirat, dass die Ehe Bestand haben wird. Trotzdem ist es für beide Seiten gut zu wissen, wo sie im Falle einer Scheidung in etwa stehen.“

Strittig und schwierig bei einer Scheidung ist vor allem die Frage, wie Immobilien oder geschlossene Fonds zu bewerten sind. „Hier gibt es erfahrungsgemäß großes Konfliktpotenzial“, so Peterreins. Ein Ehevertrag kann zum Beispiel auch den finanziell gesunden Ehepartner schützen, wenn sich die bessere Hälfte stark verschuldet

Zugewinnausgleich: Das kann teuer werden

Und wer hätte das gedacht: Angenommen die Frau bringt ein stattliches Vermögen in die Ehe mit und der Mann hat keines. Auf einen Ehevertrag wird verzichtet. Wenn nun das Vermögen der Frau durch einen Aktiencrash oder ähnliches stark dezimiert wird, so kann der Mann bei der Scheidung dazu gezwungen werden, der Frau einen Teil dieses Verlusts im Rahmen des Zugewinnausgleichs zu erstatten.   

Darüber hinaus hat die Ausgestaltung eines Ehevertrags für Peterreins einen praktischen Nebeneffekt. „Während ein Ehevertrag diskutiert wird und die Fakten in Sachen Finanzen auf den Tisch kommen, können sich bei einem Ehepartner Versorgungslücken auftun.“ Dies sei dann ein guter Anlass, über solche Fragen nachzudenken und für die klamme Hälfte zum Beispiel einen Sparplan einzurichten.

Von: Felix Hannemann

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