Rekordjahr 2015 bei deutschen Unternehmen Auf diese Dividendentitel setzen Blackrock und Co.

Andreas Zöllinger, Fondsmanager des BGF European Equity Income

Andreas Zöllinger, Fondsmanager des BGF European Equity Income

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Viele Unternehmen verdienen weiterhin gut und beteiligen ihre Aktionäre großzügig an den Gewinnen, schreibt die DZ Bank in ihrer Studie zu den Dividendenfavoriten 2015. Für dieses Jahr erwartet das Bankhaus deshalb eine Rekordausschüttung der deutschen Unternehmen. Die Dividendensaison werde bereits Ende Januar deutlich an Fahrt aufnehmen.

So sollen die HDax-Unternehmen nach Einschätzung der Experten die Dividendenzahlungen um rund 11 Prozent auf 37 Milliarden Euro hochfahren. 2014 waren es 33,4 Milliarden Euro. 2013 lagen die Dividendenausschüttungen bei 38 Milliarden Euro – hier gab es jedoch Sonderausschüttungen, unter anderem von RTL und Pro-Sieben-Sat1 in Höhe von rund 2 Milliarden beziehungsweise 1 Milliarde Euro.

Blackrock


Auch Andreas Zöllinger, Fondsmanager des BGF European Equity Income (WKN: A0PAZR), blickt optimistisch in das Jahr 2015. „Dividendenstrategien sind ein deutlich größeres Thema, weil Unternehmen entdeckt haben, dass sie mit einer attraktiven Dividendenrendite sowie einer klar kommunizierten Dividendenstrategie Mehrwert für ein Unternehmen schaffen können, weil es eine gewisse Sicherheit für Anleger schafft“, sagt Zöllinger. „Von daher kann es durchaus sein, dass 2015 ein weiteres Rekordjahr für das Dividendenwachstum für den europäischen Markt sein wird.“

Die Höhe des Rekordes hängt laut des Blackrock-Managers letztendlich von der Währung - also etwa der Entwicklung des Euro - ab. „Im Moment sprechen wir von 10 Prozent Gewinnwachstum für 2015“, so Zöllinger weiter. „Es kann auch sein, dass wir – was die europäischen Märkte betrifft – 10 Prozent Dividendenwachstum 2015 sehen werden.“

Er selbst hat die Telekom-Werte auf gesamteuropäischer Ebene höher gewichtet. Hier sehe er hohe Dividendenrenditen und Konsolidierung in mehreren europäischen Märkten sowie eine steigende Nachfrage. „Das erlaubt den Telekom-Unternehmen, die Preise nach mehreren Jahren der Deflation mindestens stabil zu halten, wenn nicht sogar anzuheben.“ Deshalb hat er die Positionen in diesem Bereich in den vergangenen sechs Monaten aufgebaut.

Außerdem hat er den Versicherungs-Sektor sowie Konsum-Titel im Blick. „Bei letzteren setzen wir nicht so auf die klassischen Titel wie Nestlé oder Unilever, sondern eher auf zyklische Konsumgüter“, so der Blackrock-Manager weiter. „Bei denen haben wir unsere Positionen ausgebaut, etwa bei den Medienwerten oder bei den Bekleidungswerten.“

Auch auf den Schweizer Duft- und Geruchsstoffproduzenten Givaudan setzt Zöllinger. „Das Unternehmen hat über die letzten Jahre sehr gut performt und dessen Management-Team hat eine sehr klare Dividendenpolitik“, so der Manager. „Die Dividendenrendite liegt zwar ein bisschen unter der des Marktes, aber wir erwarten hier sehr gutes Wachstum über die nächsten Jahre hinweg.“

Auch das finnische Finanzunternehmen Sampo zählt zu seinen Favoriten. Das Unternehmen hat er schon sehr langfristig im Portfolio. „Das ist ein Qualitätsunternehmen mit einem sehr starken Management-Team und einem sehr starken Fokus auf der Aktienrendite“, erklärt er seine Wahl. „Deswegen erwarten wir hier sehr starkes Dividendenwachstum über die nächsten Jahre hinweg.“ Die Dividendenrendite beträgt 4,2 Prozent, kann laut Zöllinger jedoch in den nächsten Jahren um 10 bis 15 Prozent wachsen.

Ein weiterer Favorit des Fondsmanagers ist das Immobilienunternehmen Unibail, das in Frankreich und den Benelux-Ländern vor allem Einkaufszentren betreibt. „Hier bekommen wir im Moment eine sehr gute Dividendenrendite in Höhe von 4 Prozent“, sagt er. „Diese kann in den nächsten Jahren um 6 bis 7 Prozent wachsen, denn Cashflow und Aktie zeigen eine sehr niedrige Volatilität.“

Getrennt hat sich der Blackrock-Manager von Industriewerten. Hier schwäche das Wachstum auf globaler Ebene gerade ab – vor allem in Asien. „Sehr viele europäische Unternehmen, die durch das starke Wachstum in den Schwellenmärkten in den letzten zehn Jahren profitiert haben, werden sich in Zukunft wahrscheinlich ein bisschen schwerer tun“, erklärt Zöllinger. „Das trifft sowohl auf Industriewerte als auch auf Chemiewerte oder den Bergbausektor zu.“ Deshalb hat er hier momentan sehr geringe Positionen im Portfolio.