Rendite in volatilen Märkten erzielen „Die Kombination von Anlagestrategien entscheidet“

Sudoku-Wettbewerb in New York: Investoren brauchen zum Aufbau eines Portfolios ein Set an Möglichkeiten. | © Getty Images

Sudoku-Wettbewerb in New York: Investoren brauchen zum Aufbau eines Portfolios ein Set an Möglichkeiten. Foto: Getty Images

An den Kapitalmärkten geht’s heiß her: Die Volatilität steigt deutlich. Für Investoren ist der Renditeausblick nicht mehr so eindeutig wie im Jahr 2017. Dennoch sind sie tendenziell konstruktiv was die Verfassung der globalen Wirtschaft in den kommenden zwölf Monaten angeht. Die große Frage lautet jedoch: Was passiert danach?

Investoren brauchen „Kapitäne”, die sie durch diese Märkte führen – um auf schnell wechselnde Bedingungen reagieren zu können. Die Auffassung, dass einseitig ausgerichtete Buy-and-Hold-Strategien in den nächsten zwei Jahren keinen guten Dienst tun, ist weit verbreitet. Portfolios müssen oft angepasst werden. Ebenso sollten Investoren Daten und Trends beobachten. Dabei zeigt sich, dass Kapitalströme ein klares Bild zeichnen: Investoren setzen stark auf Alpha-Strategien, speziell bei Anleihen, aber auch bei Aktien.

Institutionelle Kunden von BlackRock weiten ihre Engagements in aktiv gemanagten Mandaten aus und gebrauchen Wörter wie „lenken“ und „steuern“, wenn sie über die mittelfristigen Marktbedingungen sprechen. Es gab viele Versuche, das Ende der Marktrally auszurufen, die seit dem Jahr 2009 anhält: Griechenlands Finanzkrise, Taper Tantrum, der Ausverkauf bei Öl und Rohstoffen in den Jahren 2014 bis 2015, politische Wahlen, Bedenken hinsichtlich Chinas wachsender Schuldenlast, erhöhte Bewertungen am Aktienmarkt und die Rückkehr der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zu einer normalen Geldpolitik. Aber keines dieser Ereignisse hat sich tatsächlich als Auslöser für das Ende der Rally entpuppt. Ist jetzt irgendetwas anders?

Nächste Finanzkrise noch in weiter Ferne

Aus meiner Sicht bietet keines der aktuellen Signale Grund zur Sorge. Der Anstieg der Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen auf mehr als 3 Prozent sollten ebenso wie die sich abschwächende Konjunktur nicht als Krisenzeichen gewertet werden. Wir nähern uns jedoch dem Ende eines Zeitraums, der vom Wechsel zwischen Risk-on- und Risk-off-Phasen gekennzeichnet ist. Vielleicht wird die Auswahl einzelner Titel anhand eines Bottom-up-Ansatzes auf Basis fundamentaler Daten, Illiquiditätsprämien und Engagements in speziellen Märkten in Zukunft wieder stärker belohnt.

Investoren brauchen ein Instrumentarium, das Daten und moderne Technologien nutzt und ein ganzheitliches Set an Möglichkeiten zum Aufbau eines Portfolios umfasst. Anlagestrategien müssen kombiniert werden. Vor diesem Hintergrund wird sich die Diskussion zunehmend dahin verlagern, wie sich ein Portfolio am besten aus verschiedenen Komponenten zusammenstellen lässt. Anlageerfolg wird in Zukunft bedeuten, das gesamte Investment-Spektrum im Auge zu haben – um zu erkennen, wo Indexstrategien angebracht sind, wo Stilfaktoren helfen und wo Alpha- Ansätze am besten geeignet sind.

Renditen spielen eine immer wichtigere Rolle. Deshalb werden genaue Definitionen des gewünschten Ergebnisses und dessen Überwachung noch wichtiger – um Portfolios fortlaufend auf Kosteneffizienz zu überprüfen. Dazu bedarf es Werkzeuge und Analysen, um ein tiefes Verständnis für die Interaktion einzelner Anlageprodukte zu ermöglichen.