Rendite-Jagd Pensionsfonds machen auch vor Sex-Shops nicht Halt

Das Rotlichtviertel in Amsterdam | © Getty Images

Das Rotlichtviertel in Amsterdam Foto: Getty Images

Vor drei Jahren hatte Amsterdams Bürgermeister bei einem Treffen mit Pensionsfonds-Managern gefragt, ob sie bereit seien, in die Erneuerung des berüchtigten Rotlichtviertels der Stadt zu investieren. Nur zwei Hände gingen damals nach oben. Dieselbe Frage würde heute möglicherweise einen Bieter-Wettstreit auslösen.

“Bei dem derzeitigen Markt hätte jeder in dem Raum wohl seine Hand gehoben”, meint Boris van der Gijp, ein Direktor beim Pensionsfonds-Berater Syntrus Achmea Real Estate & Finance, der bei der Veranstaltung anwesend war. "Doch zur damaligen Zeit gab es nicht zu viele Parteien, die über eine solche Art von Deal auch nur nachgedacht hätten.“

Doch in einer Zeit rekordniedriger Zinsen und einer alternden Bevölkerung kaufen selbst die risikoscheuesten institutionellen Investoren Aktiva, die einst als unvorstellbar gegolten hätten.

Angesichts der Tatsache, dass ein Großteil ihres Brot-und-Buttergeschäfts – Staatsanleihen – bei weniger als null rentiert, werden Europas Pensionsfonds auf der Suche nach stabilen Erträgen zu allem Möglichen. Sie finden sich unter den Vermietern niederländischer Sex-Shops und britischer Bingo-Spielstätten bis zu Investoren bei der Lotterie von Gibraltar.