Rente nach Maß So funktioniert die Indexbeteiligung

Flugzeugbetankung mit Kraftstoff von Total: Der französische Öl- und Gaskonzern hat das größte Gewicht im Index Euro Stoxx 50, der die Aktien der 50 größten Unternehmen der Eurozone enthält. (Foto: Total)

Flugzeugbetankung mit Kraftstoff von Total: Der französische Öl- und Gaskonzern hat das größte Gewicht im Index Euro Stoxx 50, der die Aktien der 50 größten Unternehmen der Eurozone enthält. (Foto: Total)

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Der Leitzins als Leidzins – dieses Dilemma lastet schwer auf den Versicherern. Sie müssen Produkte bauen, die ihnen die Last ihrer Garantien erleichtern. Die aber gleichzeitig von den sicherheitsliebenden deutschen Kunden akzeptiert werden. Eine Lösung könnten indexgebundene Rentenversicherungen sein.

Sie bieten eine schwächere Garantie, da es in der Regel keinen garantierten Mindestzins über die Laufzeit gibt. „Das entlastet die Versicherer und macht sie auch vor dem Hintergrund der neuen Eigenkapitalrichtlinien unter Solvency II zukunftsfest“, sagt Carsten Mathé, Leiter des Bereichs Produktmarketing beim Finanzdienstleister Plansecur.

Aber auch aus Kundensicht sind die Produkte interessant, da sie im Prinzip genauso sicher sind wie eine klassische Lebensversicherung, durch die Partizipation an einem Index aber eine Chance auf etwas mehr Rendite ermöglichen.

„Wichtig für die Kunden ist, dass es bei diesen Produkten nie an die Substanz geht. Da der Versicherer nur die Überschüsse in den Index investiert, kann der Kunde bei einem schlechten Börsenjahr auch nur diese Überschüsse verlieren. Sein Grundguthaben bleibt unangetastet“, erklärt Mathé.

Wie funktionieren Indexpolicen nun im Detail? Und auf welche Produktmerkmale sollten Makler und Kunden bei der Auswahl besonderen Wert legen? Das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) hat sich diesen Fragen in einer ausführlichen Analyse der Produkte angenommen. Die wichtigsten Ergebnisse gibt es exklusiv bei DAS INVESTMENT.COM

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Quelle: IVFP

Garantiezins ade

Auf den ersten Blick ähneln Indexpolicen einer klassischen Lebensversicherung. Das Guthaben des Kunden steckt der Versicherer nämlich in seinen Deckungsstock, also zum Großteil in festverzinsliche Wertpapiere.

Erster Hauptunterschied zu den Klassikern hierbei: Es gibt – außer bei der LV 1871 – keinen garantierten Mindestzins. Vielmehr sichert der Anbieter seinem Kunden am Ende der Ansparphase zu, dass er mindestens seine eingezahlten Beiträge zurückbekommt.

Zusätzlich hat der Kunde jedes Jahr die Wahl, ob er mit den Überschüssen, die der Versicherer mit seinem Guthaben erwirtschaftet hat, einen Ausflug an den Aktienmarkt macht (Indexbeteiligung) oder ob er einen vom Versicherer festgelegten Zins bekommen möchte.

In beiden Fällen sind Verluste ausgeschlossen. Im aschlimmsten Fall also kommt sein Gut haben nicht vom Fleck. Entscheidet sich der Kunde für die Indexbeteiligung, ergibt sich seine Rendite für das jeweilige Jahr dadurch, dass der Versicherer die Index-Ergebnisse der einzelnen Monate addiert.

Hierbei greift eine weitere Besonderheit der Policen: Gute Monate nimmt der Kunde nicht eins zu eins mit. Seine Rendite ist durch den sogenannten Cap gedeckelt, den der Versicherer jedes Jahr aufs Neue festlegt. Das ist der Preis dafür, dass der Versicherer Minusjahre des Index nicht an den Kunden weitergibt, sondern sein Guthaben in diesem Fall schützt.

Als Standardindex hat sich bei den Versicherern der Euro Stoxx 50 etabliert. Er fasst die Wertentwicklung der 50 größten Unternehmen der Eurozone zusammen.

Einige Versicherer weichen allerdings vom Standard ab. Die Axa greift für ihre Relax-Rente zum Beispiel auf einen volatilitätsbasierten Index zurück, der sich an den Euro Stoxx 50 anlehnt, aber Dividendenzahlungen berücksichtigt.

HDI setzt bei Two Trust Selekt auf einen Korb aus den sechs Indizes Dax, Euro Stoxx 50, Nikkei, S&P 500, FTSE und den Schweizer SMI. Diese etwas breitere Streuung soll das Risiko bei ähnlichen Renditeaussichten für den Kunden noch weiter senken.

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Quelle: IVFP