Renten-Fondsmanager bei Franklin Templeton Michael Hasenstab: Blase bei US-Staatsanleihen wird platzen

Michael Hasenstab ist unter anderem Manager Rentenfonds Templeton Global Bond Fund.

Michael Hasenstab ist unter anderem Manager Rentenfonds Templeton Global Bond Fund.

Michael Hasenstab, der unter anderem den mehr als 40 Milliarden US-Dollar schweren Templeton Global Bond Fund managt, nennt eine Vielzahl von Gründen für seine pessimistische Einschätzung gegenüber den so genannten Treasuries: höhere Verbraucherpreise durch einen heißen US-Arbeitsmarkt, über die Politik der US-Notenbank Federal Reserve bis zum Rückzug ausländischer Käufer.

„Kein sicherer Hafen“

Treasuries zu kaufen, „ist wie im April auf einem See zu laufen“, sagte Hasenstab jetzt im Interview mit Bloomberg TV. „Er ist noch zugefroren, aber letztlich wird das Eis einbrechen.“ Und weiter: „Die Realität wird kommen, dass sie keine ‚Sicherer-Hafen-Anlage’ sind, weil es enorme Risiken gibt, wenn man Treasuries zu 2,5 Prozent kauft.“

Pessimistisch ist der Renten-Fondsmanager insbesondere im Hinblick auf 10- und 30-jährige Papiere, deren Renditen im vergangenen Jahr noch auf Rekordtiefs gefallen waren. Der Wahlsieg von Donald Trump im November hatte dazu beigetragen, den so genannten Reflation-Trade anzuheizen. Viele Investoren erwarteten starke Anreize sowie ein höheres Wachstum.

Am Dienstag verzeichneten Treasuries den fünften Tag in Folge Verluste. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen lag zuletzt bei 2,32 Prozent. Ein Teil der „Sicherer-Hafen-Nachfrage“, der die Kurse der Treasuries stützte, ist auch nach dem Ergebnis der ersten Wahlrunde bei den französischen Präsidentschaftswahlen abgeebbt.