Renten-Spezialisten von Janus Henderson Hochzinsanleihen: „In diesen Märkten sehen wir interessante Chancen“

Tom Ross (Foto) managt zusammen mit Seth Meyer den Henderson Horizon Global High Yield Bond Fund für die britisch-US-amerikanische Gesellschaft Janus Henderson

Tom Ross (Foto) managt zusammen mit Seth Meyer den Henderson Horizon Global High Yield Bond Fund für die britisch-US-amerikanische Gesellschaft Janus Henderson

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Wie schätzen Sie die Aussichten für den Hochzinsmarkt ein?

Tom Ross: Der Hochzinsmarkt hat sich seit Jahresanfang gut entwickelt. In den ersten sechs Monaten erwirtschafteten globale Hochzinsanleihen eine Rendite von 5,0 Prozent. Angesichts der von uns für 2017 erwarteten Gesamtjahresrendite von 5-7 Prozent rechnen wir für die zweite Jahreshälfte nach den soliden Gewinnen im ersten Halbjahr mit einer etwas schwächeren Wertentwicklung. In einigen Bereichen erscheinen die Bewertungen recht hoch, sodass wir uns dort etwas stärker zurückhalten. Es ist wichtig, dass eine Anlage auf absoluter Basis lohnend ist und nicht nur im Vergleich zu anderen Anlageklassen beziehungsweise anderen Bereichen des Festzinsuniversums.

Wo sind aktuell die besten Anlagechancen zu finden?

Seth Meyer: In Nordamerika gefallen uns die Chancen im Gesundheitssektor besonders gut. Er profitiert von einer Mischung aus relativ robusten Cashflows aufgrund der demografischen Entwicklung einer alternden Bevölkerung und Kapitaldisziplin der Unternehmen, für die das politische Klima schwierig ist. Vor Kurzem beteiligten wir uns an einer Neuemission von Tenet Healthcare.

Ross: In Europa sind Emittenten aus der Eurozone wieder interessanter geworden, seit einige große politische Risiken in den Niederlanden und in Frankreich vom Tisch sind. Folglich haben wir zum Beispiel unser Engagement bei Telecom Italia Ende Mai ausgeweitet.

Außerdem haben wir das Risiko im Portfolio verringert, indem wir die Gewichtung von CCC-Anleihen reduziert haben. Dazu haben wir uns an ausgewählten Neuemissionen von Unternehmen mit verlässlicheren Cashflows beteiligt, darunter die Fast-Food-Kette Burger King Frankreich und das On-Demand-Medienunternehmen Netflix.

In welchem Segment des Hochzinsmarktes drohen Ihrer Ansicht nach die größten Risiken?

Meyer: Ein Vorteil unseres globalen Ansatzes besteht darin, dass wir aus dem gesamten Emittentenspektrum auswählen können. Bei Emittenten und Sektoren gibt es zwar einige grenzübergreifende gemeinsame Merkmale, aber die Region und die Wirtschaft vor Ort sorgen oft für erhebliche Unterschiede. Die USA befinden sich in einer späteren Phase des Kreditzyklus als Europa. Daher sind wir zurückhaltender gegenüber zyklischen Bereichen in den USA, wie etwa dem Einzelhandel. Bei der Ausweitung unseres Engagements in Schwellenländern gehen wir ebenfalls sehr behutsam vor, da viele Emittenten hoch bewertet sind und das Angebot in diesem Marktsegment zunimmt.