Rentenfonds: Laufzeitfonds haben wieder Konjunktur

Nagelneuer Fiat 500L auf einer Produktionsstraße im Fiat-Werk in Kragujevac, Serbien: Eine Anleihe des Autoproduzenten mit 5,25 Prozent Zinskupon ist die drittgrößte Position im Laufzeitfonds Allianz Rendite Plus 2015 von Allianz Global Investors (Foto: Bloomberg)

Nagelneuer Fiat 500L auf einer Produktionsstraße im Fiat-Werk in Kragujevac, Serbien: Eine Anleihe des Autoproduzenten mit 5,25 Prozent Zinskupon ist die drittgrößte Position im Laufzeitfonds Allianz Rendite Plus 2015 von Allianz Global Investors (Foto: Bloomberg)

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Mit Laufzeitfonds ist es wie mit Stretch-Jeans: Vor Jahren hatten sie mal eine gewisse Popularität, dann galten sie als ziemlich daneben. Heute sind sie wieder im Kommen. Aber nicht bei allen.

Der Grund für die heutige Nachfrage nach Laufzeitfonds ist ein anderer als um die Jahrtausendwende, als Anleger sich – nach einer ersten Boom-Phase Anfang der 90er Jahre – schon einmal für diese speziellen Fonds interessierten.

Damals galten sie als Möglichkeit, Zinserträge über Jahre anzusammeln und in die Zukunft zu verschieben. Die Steuer wurde erst zum Laufzeitende fällig, wenn der Sparer Rentner war oder aus anderen Gründen einen tieferen Steuersatz hatte.

Der Aufbau eines Laufzeitfonds hat sich kaum geändert: Noch immer stellt das Management ein Fondsportfolio aus Anleihen mit ähnlichen Restlaufzeiten auf und bestimmt für den Fonds eine feste Laufzeit. Werden Anleihen früher fällig, packt das Management den frei gewordenen Betrag bis zum Fonds-Ende in den Geldmarkt.

Laufen Anleihen länger, verkauft es sie zum Stichtag. Anleger kaufen diesen Anleihekorb und behalten ihn bis zum Ende. Dadurch wissen sie sofort nach dem Einstieg, welche Rendite sie auf die Anlage erhalten werden. Kaufen, liegen lassen, abkassieren. Buy-and- hold in seiner ursprünglichen Form.

Sie verhalten sich wie Anleihen

Genau diese Planbarkeit wissen Anleger heute wie schon von 1990 bis 1993 zu schätzen. Steuern sind nicht mehr der Grund. „Anleger suchen zunehmend nach Anlagen, die eine breite Risikostreuung bieten, aber gleichzeitig das Bedürfnis nach Transparenz und Planbarkeit bezüglich Laufzeit, Ausschüttung und Rückzahlung erfüllen“, sagt Harald Rieger, Spezialist für Zinsprodukte bei der DWS.

Es sind in der Tat Kriterien, die unbegrenzt laufende Fonds nicht leisten können. Ständig werden Anleihen fällig, oder der Fondsmanager schichtet um. Hinzu kommt ein Kursrisiko, das stets dann einschlägt, wenn am Markt das Zinsniveau steigt. Bei Laufzeitfonds hingegen steht beim Aufbau des Portfolios alles fest. „Anleger loggen sich die aktuellen Renditestände ein“, sagt Michael Mewes, Chef des Anleiheteams bei J.P. Morgan Asset Management.

Die Kursschwankungen nehmen zum Ende hin ab und fallen kurz vor Schluss kaum noch ins Gewicht. Damit verhalten sich die Fonds wie einzelne Anleihen
nur dass sie über viele Schuldner gestreut sind, aber auch mehr kosten. Denn es werden Managementgebühren fällig, die zwischen 0,5 und einem Prozent liegen.