Riesiger Bedarf – anspruchsvolle Zielgruppe Was Kundinnen von Finanzberatern erwarten

Man hört es häufig, und die Vorhersagen sind alarmierend: Vielen Menschen in Deutschland droht im Alter eine Versorgungslücke. Frauen sind noch viel häufiger betroffen als Männer. Denn sie pausieren öfter im Beruf oder arbeiten in Teilzeit, wenn Kinder erzogen oder Eltern gepflegt werden wollen. Mal abgesehen davon, dass berufstätige Frauen im Schnitt nach wie vor weniger verdienen und deshalb weniger Mittel aus der staatlichen Rentenkasse erwarten können.

Noch viel zu tun für Berater

Viele Frauen kümmern sich wenig um ihre Finanzen und legen kaum oder gar kein Geld fürs Alter zurück. Zu große Sorglosigkeit kann später zu Altersarmut führen. Das zeigen die Ergebnisse einer Online­Befragung unter 1.000 Probandinnen im Auftrag von Amundi Asset Management

                                                                                                                     Quelle:Yougov; Illustration: BSGStudio

Eigentlich sollten sich also gerade Frauen rechtzeitig über private Altersvorsorge Gedanken machen. Wer in jungen Jahren beginnt, auch nur kleine Summen geschickt zurückzulegen, erzielt damit über die Jahre mit hoher Wahrscheinlichkeit beachtliche Gewinne, die eine Vorsorgelücke einmal füllen können. Jedenfalls wenn das Geld nicht auf dem Sparbuch landet, sondern auf potenziell gewinnbringende Weise angelegt wird. Viele attraktive Möglichkeiten hierzu bietet der Kapitalmarkt.

Anspruchsvolle Zielgruppe

Tatsächlich endet die Einsicht vieler Verbraucher genau an dieser Stelle. Aus Unkenntnis oder fehlender Erfahrung halten sich viele Deutsche von Kapitalmarktprodukten fern, Frauen wiederum weitaus häufiger als Männer. Abhilfe könnte hier eine Beratung schaffen. Mit Expertenhilfe ließen sich individuelle Konzepte für die Geldanlage finden. Doch Frauen sind eine anspruchsvolle Zielgruppe. Sie finden viel seltener als Männer den Weg in eine Finanzberatung. Besonders deutlich lässt sich das in der elektronischen Beratung, bei Robo-Advisors, beobachten: Ginmon zum Beispiel zählte im August 2017 gegenüber 86 Prozent Männern nur 14 Prozent Frauen unter seinen Kunden. Vaamo-Gründer Oliver Vins meldet ähnliche Zahlen.

Warum  ist das so – und wie ließe sich das ändern? Angefragt bei mehreren Ver mögensverwaltungen, Finanzanlagenberatern und Fintech-Unternehmen vermuten viele Finanzprofis dahinter nicht nur alte Rollenmuster. Finanzen sind ein traditionell männlich dominiertes Feld. Auch die Finanzindustrie selbst ist laut Tenor der befragten Berater nicht ganz unschuldig an der Situation: Die zum überwiegenden Teil männlichen Berater treffen oft nicht den Nerv einer weiblichen Klientel. Eigentlich schade: Denn ist einmal der erste Schritt in eine Beratung des Vertrauens getan, scheinen Frauen eine äußerst dankbare Kundengruppe zu sein.