Risikobewußt, nicht risikoscheu Darum sind Frauen die besseren Anleger

Susanne Kazemieh, Gründerin der FrauenFinanzGruppe in hamburg.

Susanne Kazemieh, Gründerin der FrauenFinanzGruppe in hamburg.

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„Seit Ewigkeiten hält sich hartnäckig das Gerücht, Frauen seien „risikoscheuer“ als Männer. Sorry, aber das ist Blödsinn. Frauen sind „risikobewusster“ – ein kleiner Unterschied!“

Mal wieder versuchen einige Banken mit neuen Studien zum Anlageverhalten von Frauen Aufmerksamkeit zu erheischen. „Frauen und Ältere erfolgreich – dank konservativer Anlagestrategien“ titelte die jüngste.
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Beim genaueren Hingucken findet sich allerdings ein interessanter Satz:

„Konservativ ausgerichtete Aktienanleger waren damit in ihrer Geldanlage deutlich erfolgreicher als Sparer, die sich mit ihren Sparbüchern seit geraumer Zeit mit Zinsen von deutlich unter einem Prozent zufrieden geben müssen.“

Wenn sich Frauen an der Börse engagieren – sei es über Fonds oder Einzeltitel – dann tun sie dies meist in dem Bewusstsein, ein schwankungsreiches Investment zu tätigen. Sie streuen ihre Anlagen breit und investieren auch nur den Teil ihres Geldes am Aktienmarkt, den sie für etliche Jahre loslassen können. Und sie zeigen Geduld. „Hin und Her macht Taschen leer“ – eine Weisheit, die sie gut verinnerlicht haben. Frauen haben ein gutes Gespür für Risiko.

Die vermeintliche größere Risikobereitschaft von Männern dürfte eher deren Naivität und Selbstüberschätzung zuzuschreiben sein. Sie sind sich des Risikos, das sie eingehen, oftmals gar nicht bewusst. Und so lassen sie sich einerseits gern von „todsicheren“ Tipps verleiten und andererseits viel leichter von anfänglichen Verlusten ins Boxhorn jagen. Jäger und Gejagte.