Risikominimierung mit nachhaltigen Investments Kein Problem für Privatanleger

Fallschirmspringer in Aktion: Wer an den Finanzmärkten investiert hat Gewinnchancen, geht aber auch Risiken ein | © Pixabay

Fallschirmspringer in Aktion: Wer an den Finanzmärkten investiert hat Gewinnchancen, geht aber auch Risiken ein Foto: Pixabay

In letzter Zeit habe ich viele Gespräche über nachhaltiges Investieren geführt. Der Eindruck, dass sich Privatanleger dafür zunehmend interessieren, hat sich dabei bestätigt. Viele stellen sich jedoch immer wieder die Frage, welchen Beitrag nachhaltige Anlagen zur Risikominimierung leisten.

In der Vergangenheit haben sich Anleger vor allem auf politische und weniger auf physische Risiken konzentriert. Physische Risiken hatten bis dato vor allem Versicherungsunternehmen auf dem Radar: Was passiert, wenn Produktionsstandorte geschlossen werden, weil Umweltschäden auftreten? Was kosten Streiks? Wie sehr sind Unternehmen von Umwelteinflüssen und -katastrophen bedroht?

Wir gehen bei BlackRock davon aus, dass Investoren künftig verstärkt wie Versicherungsunternehmen denken und nachhaltig investieren. Schließlich wollen sie ihr Vermögen vor physischen Risiken zu schützen, und zwar in zweierlei Hinsicht:

Zum einen, um spezifische Risiken zu vermeiden.  Dazu zählen individuelle Unfälle, Umweltschäden, Betrügereien oder Streiks in Unternehmen. Zum anderen, um Auswirkungen des Klimawandels, der ständigen Umweltverschmutzung und mangelnder Datensicherheit zu dämpfen. Diesen Risiken sind alle Marktteilnehmer gleichermaßen ausgesetzt. Hier kann ein Unternehmen, das sensibel für Nachhaltigkeitsthemen ist, mögliche Auswirkungen auf das eigene Geschäftsergebnis verringern.

Systematische Integration von ESG-Faktoren

Wer nachhaltig investieren will, kann sich künftig nicht mehr auf einfache ESG-Ausschlusskriterien verlassen. Um physische Risiken zu verstehen und zu berücksichtigen, nutzen langfristig orientierte Investoren verstärkt eine systematische Integration von ESG-Faktoren – weg von Ausschluss und damit einer Einengung des Investment-Universums hin zum wirkungsbezogenen Investieren. Sogenanntes „Impact Investing“ berücksichtigt, wie stark und mit welcher Wahrscheinlichkeit sich physische Risiken auf Investitionen auswirken.

Kompliziert muss die Umsetzung für Privatanleger übrigens nicht sein. Inzwischen können in fast allen wichtigen Asset-Klassen Portfolio-Bausteine durch ETFs mit moderner ESG-Titelauswahl ersetzt werden. Das Risiko-Rendite-Profil leidet darunter nicht, aber die Nachhaltigkeit im Portfolio wird gestärkt.